Vorreiterrolle oder grober Unfug?

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So sieht er aus: Die Gemeindeverwaltung möchte zwei VW e-ups mieten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Kann die Gemeinde eine Vorreiterrolle spielen? Wird sie zudem letztlich noch Geld sparen oder eben dieses mit beiden Händen aus dem Fenster werfen? Interessant war die Diskussion um zwei VW e-ups, die die Gemeindeverwaltung für ihre Mitarbeiter mieten möchte.

„Das ist grober Unfug. Wir haben 50 Jahre kein Dienstfahrzeug gebraucht. Das ist sicherlich der Klima-Hysterie geschuldet, dass man da hinterherlaufen muss. Dass es preiswerter wird, bezweifel ich doch sehr. Der ganze Spaß wird teurer werden“, meinte Peter Herbel (CDU) während der Sitzung des Hauptausschusses.

 „Es wäre ein Signal"

 Fakt ist: Dem Außendienstmitarbeiter der Gemeinde wurden 2018 Fahrtkosten in Höhe von 1230 Euro erstattet. Hinzu kamen Fahrtkosten des Bauamtsleiters in Höhe von 1200 Euro. Die monatlichen Mietkosten für einen VW e-up würden 149,91 betragen. In diesen Mietkosten sind alle Wartungen, Reparaturen enthalten. Für den voraussichtlichen Bedarf von etwa 4000 Kilometer pro Jahr sind monatliche Aufwendungen für den Strombezug in Höhe von 12,70 Euro hinzuzurechnen. Somit würden voraussichtlich jährliche Kosten in Höhe von 1951,32 Euro entstehen. Für ein Auto. Gewünscht sind aber zwei.

 „Es wäre ein Signal. Wir gehen auch davon aus, dass die Einsparungen höher sind. Wenn die Mitarbeiter, die die Autos nutzen, krank sind, Urlaub haben oder im Haus arbeiten, können auch andere damit fahren, die jetzt ein Fahrtenbuch führen“, warb Bürgermeisterin Birgit Tupat für die Möglichkeit, neue Wege zu gehen. Bis auf Peter Herbel, der vermutet, dass nächstes Jahr dann auch zwei Garagen benötigt werden, stieß der Vorstoß auf viel Zustimmung.

 Ronny Sachse (SPD), der es sinnvoll findet, bei diesem Thema eine Vorreiterrolle einzunehmen, erinnerte an die Diskussion vom vergangenen Jahr: „Da hieß es, dass die Kosten noch höher sind als die, die wir haben. Hat sich etwas verändert?“ Das Angebot von den Stadtwerken habe es damals noch nicht gegeben, erklärte Kämmerin Gabriele Balzukat. 

Drei e-Stationen im Gemeindegebiet

Der Vertrag mit den Stadtwerken, die die VW e-ups zum Mieten anbieten, würde zunächst für 24 Monate gelten. „Sind die Ladestationen auch für die Bürger öffentlich zugänglich?“, fragte Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU, dem genau dies wichtig ist. „Jeder kann dort laden“, verspricht Bürgermeisterin Birgit Tupat.

 Aufgrund des Förderprogrammes ist die Aufstellung von drei e-Stationen im Gemeindegebiet geplant. Diese sollen am Amtshaus, am Gartenhallenbad und am Dorfplatz in Wiblingwerde eingerichtet werden.

 Eine kritische Stimme gab es dann doch noch: „Der Umweltnutzen ist nicht gegeben. Wer sich jetzt ein Elektrofahrzeug kauft, dann ist dies genauso CO2 prodizierend, als wenn ich einen normalen Diesel oder Benziner 100000 Kilometer fahre“, meinte Michael Schlieck (CDU), der das Angebot von den Stadtwerken dennoch super findet. Mit einer Gegenstimme von Peter Herbel empfiehlt der Hauptausschuss dem Rat, zwei E-Autos von den Stadtwerken anzumieten.

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