Gemeinderat wählt nur das kleinere Übel

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Die Hochspannungsleitung führte früher an Wiblingwerde vorbei, heute durchschneidet sie das Dorf. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Rat der Gemeinde hat sich in einer Sitzung am Montagabend mehrheitlich für die Ost-Variante der geplanten neuen Höchstspannungstrasse bei Wiblingwerde ausgesprochen. Außerdem stellten die Politiker weitere Bedingungen, um die Bewohner der betroffenen Orte zu schützen.

UWG-Fraktionschef Johannes Illerhaus hatte zwar zu Beginn der Diskussion den Sinn der neuen Stromleitung grundsätzlich infrage gestellt („Es kann doch nicht sinnvoll sein, an der Nordsee erzeugten Strom nach Süddeutschland zu transportieren!“), letztlich setzte sich aber bei allen Ratsmitglieder scheinbar die Erkenntnis durch, relativ wenig Einfluss auf den Verlauf der 380-kV-Leitung zu haben und sich allenfalls für das kleinere Übel aussprechen zu können.

So sprach sich der Rat schließlich dafür aus, dass die Doppelgemeinde im Raumordnungsverfahren die so genannte Vorzugstrasse, auf der die bereits vorhandene Stromleitung früher am Dorfrand vorbeiführte, nach Entstehen des Neubaugebietes Niggenhuser Hof aber mitten durch den Erholungsort führt, ablehnen solle. Stattdessen solle sie die östliche Alternativtrasse empfehlen, die einen weiten Bogen um Wiblingwerde macht. Weil dadurch aber andere Ortschaften beeinträchtigt wären, stellte der Rat weitere Bedingungen: Die Becke dürfe nicht überspannt und auch Eilerde, Kreinberg, Hallenscheid und Grennigloh dürften nicht tangiert werden. Damit hatte die CDU-Fraktion ihre bereits in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses aufgestellte Forderung nach einer Gleichbehandlung aller Ortschaften entlang der potenziellen Trasse durchgesetzt. Für CDU-Fraktionschef Peter Herbel blieb dennoch ein Wermutstropfen: „Durch den vielen Wirbel haben wir jetzt wahrscheinlich erreicht, dass wir in Zukunft keine Grundstücke mehr verkaufen“, sagte er mit Blick auf die noch freien Bauplätze in Wiblingwerde. ▪ vg

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