Chemie zwischen Altena und Nachrodt gestört

Wer streut wann wo? Darüber wollen Nachrodts Politiker mitentscheiden können.

Nachrodt-Wiblingwerde - Einmal mehr hat der Gemeinderat am Montag (12. Mai) der Zusammenlegung der Bauhöfe von Nachrodt-Wiblingwerde und Altena eine Absage erteilt. Grund: De Politiker der Doppelgemeinde wollen mehr Mitspracherechte.

Altenas Bauhof ist ein Eigenbetrieb, die politische Kontrolle obliegt dem Betriebsausschuss – Nachrodter Politiker könnten darin nicht ohne weiteres Mitglied sein, erklärte Thomas Knuth von der Gemeindeprüfungsanstalt die Rechtslage. Das mochte Peter Herbel (CDU) nicht einsehen: Er forderte eine paritätische Besetzung des Gremiums mit Altenaer und Nachrodter Politikern.

Stattdessen hat Altena einen Beirat ins Spiel gebracht, der die Arbeit beratend begleiten soll. „Damit wollen die uns hinter die Fichte ziehen“, wetterte Herbel – ein Beirat sei kein Entscheidungsgremium. „Wir haben nicht den Eindruck, dass auf Augenhöhe agiert wird“, fasste Johannes Illerhaus die Bedenken der UWG zusammen.

Am weitesten ging die Kritik der SPD-Fraktionsvorsitzenden Susanne Jakoby: Eine Partnerschaft verlange Vertrauen, das es einfach nicht gebe – auch weil sich Dr. Andreas Hollstein gelegentlich aufführe „wie der Fürst von Altena“. „Die Chemie stimmt einfach nicht“, fasste sie ihre Bedenken zusammen.

Dass es zu keiner Entscheidung kommen würde, war Bürgermeisterin Birgit Tupat vorher schon klar: „Wir haben ja auch keinen Beschlussvorschlag gemacht“. Jakoby kritisierte, dass den Fraktionen der Entwurf einer Vereinbarung mit Altena erst am Freitag zugestellt worden sei – das habe eine Beratung unmöglich gemacht. Sie halte es auch für falsch, eine so gravierende Entscheidung kurz vor der Kommunalwahl zu fällen, sagte sie.

Nicht nur den Politikern, sondern auch den zuhörenden Bürgern fiel unangenehm auf, dass sich bis heute nicht beziffern lässt, welche Einsparung die Zusammenlegung eigentlich bringen wird. Weder Nachrodt-Wiblingwerde noch Altena hätten bisher belastbare Zahlen vorlegen können, sagte GPA-Experte Knuth. Dass es zu Einsparungen kommen würde, sei aber sicher. Das hätten etwa zehn solcher Kooperation in NRW gezeigt.

Von Thomas Bender

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