SPD-Ratsherr Reinhard Kühn verabschiedet

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Reinhard Kühn (2.von links) wurde während der Ratssitzung herzlich verabschiedet.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Wenn ich dran war, war meistens schon alles gesagt. Und wenn man Sachen wiederholt, werden sie auch nicht besser“, witzelte Reinhard Kühn, der im Rahmen seiner Verabschiedung als Ratsmitglied vor seinen ehemaligen Mitstreitern eine sehr kurzweilige und amüsante Rede hielt.

Zudem verzichtete er auf eine Uhr als Abschiedsgeschenk, sondern spendete das Geld lieber für das Hospiz Mutter Theresa in Letmathe.

Ein halbes Leben ist Reinhard Kühn Kommunalpolitiker der SPD. Von Oktober 1992 bis Oktober 1994 saß er erstmals im Rat, ab Mai 1997 bis jetzt ununterbrochen, zudem in verschiedenen Ausschüssen und in verschiedenen Gremien.

Christliche Grundeinstellung

„In deiner gesamten Rats- und Ausschussarbeit wurde immer wieder deine christliche Grundeinstellung deutlich, die sich in sachlichen Beiträgen und im fairen Umgang widerspiegelte“, sagte Bürgermeisterin Birgit Tupat zum Abschied, überreichte eine Ehrenurkunde „mit dankbarer Würdigung seiner Verdienste“ – und meinte: „Niemals geht man so ganz. Irgendwas von dir bleibt hier und hat seinen Platz bei uns in Nachrodt-Wiblingwerde.“ Und tatsächlich bleibt sein Wirken als sachkundiger Einwohner im Sozialausschuss. Danke sagten mit einem kleinen Präsent auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby und der CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Wygoda.

Reinhard Kühn dankte seiner Frau Gerlinde, „die mir immer den Rücken freigehalten hat und auch Partei- und Fraktionsaufgaben übernommen hat. Wenn ich von einer Sitzung mal zu hoch geflogen nach Hause kam, hat sie mich wieder geerdet oder andersrum wieder motiviert.“ Überhaupt war es immer die Familie, die Reinhard Kühn stärkte – seit 1989, als er seinen ersten Wahlkampf bestritt und für Rudi Draheim als Bürgermeister kämpfte.

Wahlkampf mit rotem Bus und Fähnchen

„Ich bin damals mit meinem roten Bus gefahren und mein Sohn Markus im Kinderwagen mit Fähnchen. Bei der letzten Wahl war ich zur Kur auf Norderney. Da haben meine Jungs die Zettel für mich verteilt. Dass ich dann über 53 Prozent geholt habe, mag vielleicht an meinen Jungs liegen“, lachte Reinhard Kühn in Erinnerung.

Gern hätte er auch jedem einzelnen Ratsmitglied gedankt – „denn ich habe positive Erlebnisse mit jedem“ –, doch pickte sich der Sozialdemokrat den Christdemokraten Peter Herbel heraus. „Was mir sehr in Erinnerung ist, dass Du Dich Peter mit Deiner Stimme enthalten hast, weil ich wieder krank war und nicht mit abstimmen konnte. Das fand ich bemerkenswert. Das sind so Dinge, die es nur in Nachrodt-Wiblingwerde gibt.“

Viel C in der SPD

Vielfaches Schmunzeln ernteten Reinhards Kühn Erzählungen über die Fraktionsarbeit: „Wir haben ein paar Jahre miteinander gekämpft und Gerlinde hatte manchmal das Gefühl, dass ich mit Dir verheiratet bin“, sagte der scheidende Ratsherr in Richtung Susanne Jakoby.

Eigentlich wollte Reinhard Kühn einst nicht in die SPD eintreten, hat sie doch kein christliches C im Namen. Doch Rudi Draheim sagte 1989 zu ihm: „Wieviel C es in der SPD in Nachrodt-Wiblingwerde gibt, das liegt an Dir selbst.“ Und wenn man Menschen wie Lotte Glasow kennenlerne, dann wisse man, dass es in der Nachrodt-Wiblingwerder SPD viel C gebe. „Danke an alle, es war eine schöne Zeit mit euch.“

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