Schließung eröffnet Chance auf Neuanfang

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Das Gartenhallenbad im Holensiepen: Die Gemeinde wird den Betrieb am 31. März einstellen, doch im Hintergrund arbeiten Bürger bereits daran, es unter privatwirtschaftlicher Regie weiterzuführen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig die Schließung des Gartenhallenbads zum 31. März 2013 beschlossen. Damit ist das endgültige Aus für die Einrichtung allerdings noch nicht besiegelt.

Die Schließung des Gartenhallenbades ist einer der wesentlichen Posten des Konzeptes, mit dessen Hilfe für spätestens zum Jahr 2021 der Gemeindehaushalt konsolidiert werden soll. Kosten in Höhe von rund 250 000 Euro, so die Erwartungen, könnte die Gemeinde dadurch pro Jahr einsparen. Damit, dass der Rat sich trotzdem für den Erhalt der Einrichtung aussprechen würde, hatten zuletzt wohl nur noch die kühnsten Optimisten gerechnet. Längst hatte sich eine Gruppe von etwa 40 Bürgern zusammengefunden, die derzeit mit Hochdruck daran arbeitet, das Bad unter privatwirtschaftlicher Regie weiterzubetreiben.

Der Schließungsbeschluss des Rates war deshalb sogar notwendig, wie Bürgermeisterin Birgit Tupat betonte, um den eventuellen Übergang auf eine neue Betreibergesellschaft vielleicht sogar schon zum 1. April zu ermöglichen. Ob das gelingt, steht nach Einschätzung von CDU-Fraktionschef Peter Herbel in den Sternen. „Es gibt noch kein Konzept. Wir hoffen aber, dass die Bemühungen erfolgreich sein werden“, sagte er. Fest stehe nur, dass das Bad Ende März schließen müsse. „Wir haben die Aufsichtsbehörde im Nacken“, verwies er auf die finanziellen Zwänge, denen die Gemeinde mit der Teilnahme am Stärkungspakt Stadtfinanzen unterliegt.

Ein wenig optimistischer als Herbel zeigte sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Jakoby. Zwar seien der Gemeinde selbst die Hände gebunden, sie selbst sei aber überzeugt, dass das Gartenhallenbad in einer anderen Betreiberform fortgeführt werden könne. „Ich kann mir nicht vorstellen, dort einfach den Schlüssel umzudrehen. Es muss eine andere Lösung geben“, sagte sie trotzig.

Missmutig äußerte sich UWG-Sprecher Hans Jürgen Hohage darüber, dass anderswo im Land das Geld zum Fenster hinaus geworfen werde, die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde aber praktisch gezwungen werde, ihr öffentliches Bad aufzugeben. Doch auch die Wählergemeinschaft setze darauf, dass sich eine Betreibergesellschaft zusammenfindet, die die Zukunft des Gartenhallenbades sichern könne.

Ganz abwegig sind die Hoffnungen der Politiker nicht. Er sei „gebremst optimistisch, aber nicht euphorisch“, sagte gestern Hans Wehr, Vorsitzender des Fördervereins Gartenhallenbad und treibende Kraft hinter den Bemühungen um eine private Betreibergesellschaft. Er hält sogar einen fast nahtlosen Übergang für möglich. „Wenn überhaupt, dann wird es nach der Übernahme keine große Pause geben“, betonte er im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Allenfalls ein paar Wochen, die für die turnusmäßige Grundreinigung und kleinere Umbauarbeiten genutzt werden könnten, hält er für denkbar. Bis es so weit sei, müssten allerdings noch viele Probleme gelöst werden. ▪ Volker Griese

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