Jagdszenen im Dümpel: Hunde müssen an die Leine

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So soll es zukünftig aussehen,wenn Hundebesitzer ihre Vierbeiner in der Dümplerleie ausführen: Bello und Co. müssen angeleint werden, damit sie nicht Jagd auf Pferde, Rinder und Wildtiere machen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Verunreinigung öffentlicher Flächen mit Hundekot hat die Gemeinde dank der Initiative von Klaus-Peter Gutheil und des Heimat-und Verkehrsvereins in den Griff bekommen. Jetzt sorgen die Vierbeiner beziehungsweise ihre Besitzer auf andere Weise für Ärger. Ort des Geschehens: die Dümplerleie.

Viele Hundebesitzer benutzen den idyllischen Weg entlang der Lenne als Gassi-Strecke. „Vor allem am Wochenende ist hier viel los“, sagt Axel Boshamer, für Sicherheit und Ordnung zuständiger Fachbereichsleiter im Amtshaus. Das ist an und für sich noch kein Problem. Das tritt aber auf, sobald die Hundebesitzer ihre Tiere von der Leine lassen. „Hunde jagen dann immer wieder die Pferde und Rinder auf den Weiden. Und das finden die Besitzer dann manchmal auch noch toll“, erklärt Boshamer, wo für ihn der Spaß aufhört. Für ihn steht fest: „Hunde haben auf den Wiesen nichts zu suchen!“

Aber nicht nur Pferde und Rinder müssen sich immer wieder der freilaufenden Hunde erwehren. Nicht selten zieht der Jagdtrieb Bello und Co. auch in die angrenzenden Wälder. „Zwei bis drei Tiere werden hier jedes Jahr von Hunden gerissen“, berichtet Christian von Löbbecke, der Eigentümer des ganzen Areals im Dümpel. Wildtiere, die den Hunden entwischen können, tragen nach seiner Darstellung trotzdem Schäden davon: „Das gehetzte Wild rennt dann in Weidezäune und verletzt sich“, gibt er zu bedenken.

Solchen Jagdausflügen der Vierbeiner will die Gemeinde jetzt einen Riegel vorschieben. „Wir werden bereits am Parkplatz an der Kirchstraße ein Hinweisschild aufstellen, dass Hunde angeleint werden müssen“, kündigte Axel Boshamer an. Damit habe die Gemeinde dann eine Handhabe, um gegen die Besitzer von frei laufenden Hunden vorzugehen. Bis jetzt kann sie das nicht, weil die Dümplerleie nicht zu den Gebieten zählt, in denen Hunde angeleint werden müssen. Gemäß Landeshundegesetz sind das Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und andere innerörtliche Bereichen, Straßen und Plätze mit vergleichbarem Publikumsverkehr. Das trifft auf die Dümplerleie nicht zu. Durch das Hinweisschild kann die Gemeinde den Bereich aber zu einer Zone erklären, in der Hunde angeleint werden müssen. Verstöße gegen die Anleinpflicht würden dann auch geahndet, versicherte Axel Boshamer. Nach dem Landeshundegesetz kann der Besitzer eines nicht angeleinten Hundes mit mindestens 75 Euro zur Kasse gebeten werden. Boshamer ist davon überzeugt, dass das Wirkung zeigen wird.

Die Erfahrungen, die der Fachbereichsleiter mit Hundebesitzern in anderer Angelegenheit gemacht hat, gibt ihm Anlass zu diesem Optimismus: „Die Verunreinigung von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen haben wir restriktiv verfolgt und im vergangenen Jahr vier Bußgeldverfahren eingeleitet“, berichtet der Fachbereichsleiter. Im Durchschnitt seien die Hundebesitzer mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro belegt werden. „Das war aber auch nur möglich, weil Leute, die beobachtet haben, wie Hunde auf den Gehweg gesch... haben, den Schneid hatten, sich als Zeugen zur Verfügung zu stellen.

Insgesamt habe sich die Situation in der Gemeinde deutlich verbessert. Derzeit gebe es allerdings verstärkt Beschwerden aus dem Bereich am ehemaligen Spielplatz in der Schillerstraße, aber auch aus der Ehrenmalstraße, berichtete Boshamer. Verstehen kann er das nicht: „Überall hängen inzwischen diese Boxen mit den Gassibeuteln, da sollte es doch jedem Hundebesitzer möglich sein, die Hinterlassenschaften seines Tieres einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen“, erinnert er an die Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins. - Volker Griese

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