Plakatieren nur noch im geordneten Rahmen

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Dirk Recker (l.) von der Gemeinde und Lars Kinkeldey von Städtewerbung Schnelle präsentierten am Mittwochmorgen die neuen Wechselrahmen für Plakate. Hier hängt einer an einem Laternenmasten.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Wir glauben, dass wir dadurch nur gewinnen können“, sagt Dirk Recker von der Gemeindeverwaltung und meint damit den Vertrag, den die Gemeinde mit der Städtwerbung Schnelle (SWS) aus Büren geschlossen hat. Geregelt werden soll damit das Plakatieren in der Doppelgemeinde.

Die Gemeinde will durch die auf zunächst ein Jahr begrenzte Zusammenarbeit mit SWS das so genannte wilde Plakatieren eindämmen. Ab sofort stehen, über das ganze Gemeindegebiet verteilt, nur noch 15 Werbeflächen zur Verfügung, die mit je zwei Plakaten versehen werden können. Wer dort für seine Veranstaltungen werben möchte, muss zahlen: Vereine zum Beispiel 3 Euro, kommerzielle Veranstalter bis zu 8,33 und Geschäfte sogar 10,83 Euro – jeweils pro Plakat und Woche. Für diesen Preis hängt SWS die Werbebotschaften in der Regel zwei Wochen vor dem Veranstaltungstermin in den mit Plexiglasscheiben versehenen Metallrahmen auf und nimmt sie auch kurz nach der Veranstaltung wieder ab.

Aus Sicht von Dirk Recker ist schon allein dieser Service des Unternehmens ein Vorteil für die Gemeinde. „Nach Veranstaltungen hingen die Plakate bisher oft noch acht oder zehn Tage – wenn sie überhaupt wieder abgenommen worden sind. Dann musste der Bauhof einschreiten und die Tafeln wieder einsammeln. Das fällt jetzt weg“, sagt er. Durch den Vertrag mit SWS spart die Gemeinde aber nicht nur Arbeit und damit auch Geld, sie nimmt auch Geld ein. Von den Gebühren, die die Veranstalter an SWS zahlen, fließt nämlich ein Teil zurück an die Gemeinde. Wieviel genau das ist, wollte Recker nicht verraten. Nur so viel: „Die jährliche Pacht, die die Gemeinde von SWS erhält, entspricht ungefähr dem, was sie bisher an Plakatierungsgebühren eingenommen hat – und das für weniger Arbeit.“

Tatsache ist, dass Vereine und sonstige Werbende, die ihre Plakate an Laternenmasten oder Schilderpfosten aufhängen wollten, dafür auch bisher schon Gebühren an die Gemeinde zahlen mussten. Nach Ansicht von Dirk Recker eröffnet sich durch die Zusammenarbeit mit SWS jetzt aber auch die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen zu akquirieren. „Wenn die beispielsweise schon bis Letmathe plakatieren, können sie ihren Kunden ja auch noch die Plakatrahmen in Nachrodt-Wiblingwerde vermieten“, sagt er über das Bürener Unternehmen, das nach eigenen Angaben mit 112 Kommunen in sechs Bundesländern Verträge abgeschlossen hat, darunter auch mit Iserlohn. Im Umkehrschluss bedeutet das: Veranstalter aus der Doppelgemeinde können über SWS auch in Iserlohn werben.

Bleibt die Frage, ob Veranstalter aus der Doppelgemeinde bei wachsender Konkurrenz im Kampf um die Werbeflächen überhaupt noch zum Zuge kommen. „Sie müssen sich frühzeitig bei der Gemeinde melden“, erklärt Dirk Recker. Bei der Gemeinde müssen Veranstalter übrigens auch ihre maximal Din-A1-formatigen Plakate abgeben; von dort werden sie an den Vertragspartner SWS weitergeben.

Mietfreie Zeiten in den Plakatrahmen will die Gemeinde übrigens für Image- oder Tourismuswerbung nutzen. So lange die Werbefläche nicht von zahlenden Kunden belegt sind, könnte dann also beispielsweise für Brenscheider Mühlen geworben werden. Außerdem darf die Gemeinde für zwei Veranstaltungen pro Jahr kostenfrei werben. „Welche das sein werden, wird frühzeitig geklärt“, so Recker. ▪ Volker Griese

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