Hundehalter haben die Wahl zwischen Beutel und Bußgeld

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Klaus-Peter Gutheil (l.) und Fachbereichsleiter Axel Boshamer zeigen eine der Spenderboxen für Hundekotbeutel, die für mehr Sauberkeit in der Doppelgemeinde sorgen sollen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Was Bello oder Waldi hinterlassen und Herrchen oder Frauchen nicht einsammeln, sorgt zunehmend für Probleme in der Doppelgemeinde. Über Hundekot auf öffentlichen Wegen und Plätzen, auf Wiesen und sogar Spielanlagen ärgern sich immer mehr Menschen, so dass die Gemeinde und der Heimat- und Verkehrsverein jetzt eingreifen wollen.

In Gang gesetzt hatten die öffentliche Diskussion über die unappetitlichen Hinterlassenschaften von Vierbeinern die Ratsherren Reinhard Kühn (SPD) und Norbert Hammerschmidt (UWG). Sie hatten in Sitzungen beklagt, dass Hundehalter nur zu gerne eine Wiese an der Albert-Schweitzer-Hauptschule, aber auch Bereiche im Niggenhuser Hof und am Waldlehrpfad als Hundetoilette benutzen. Für den im Amtshaus zuständigen Fachbereichsleiter Axel Boshamer ist es „alles andere als eine Bagatelle“, wenn Hundebesitzer ihre vierbeinigen Begleiter in solchen Bereichen ihre stinkenden Exkremente ausscheiden lassen. Überhaupt nicht verstehen kann er, wenn dies in Bereichen geschieht, in denen sich Kinder aufhalten. Boshamer verweist auf die damit verbundenen Gesundheitsgefahren. In der Tat kann der Kontakt mit Hundekot eine Infektion mit Spulwürmern und sonstigen Parasiten auslösen. Doch auch auf Viehweiden habe Pfiffis Hinterlassenschaft nichts zu suchen, betont Boshamer: „Kühe haben damit nämlich richtig Probleme.“ Landwirte behaupten, dass Kühe, die mit dem Futter Kot von mit Neosporose infizierten Hunden aufnehmen, vermehrt tote Kälber zur Welt bringen.

Doch ganz gleich, ob durch die Darmausscheidungen von Hunden Kinder oder Kühe infiziert werden – für Axel Boshamer hat das sorglose Gassi-gehen von Hundebesitzern längst überhand genommen. „Wer seinen Hund das Geschäft in öffentlichen Anlagen verrichten lässt, handelt ordnungswidrig. Dann wird ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro fällig“, so der Fachbereichsleiter, der ankündigt, dass die Gemeinde in solchen Fälle zukünftig härter durchgreifen will.

Noch lieber wäre es Boshamer allerdings, wenn die Hundehalter von sich aus zur Einsicht kommen und die Häufchen ihrer Vierbeiner gleich einsammeln würden. Unterstützung erhält er in dieser Beziehung von Klaus-Peter Gutheil vom Heimat- und Verkehrsverein (HVV). Der macht sich nämlich gerade dafür stark, in der Doppelgemeinde Spender für Hundekotbeutel zu installieren. An den stark frequentierten Stellen würden Hundebesitzer dann Plastiktütchen vorfinden, mit denen sie die Fäkalien gleich aufnehmen und in bereitstehenden Mülleimern entsorgen können. Die wiederum sollen regelmäßig vom Bauhof entleert werden.

Das Problem ist allerdings, dass dies für die Gemeinde eine freiwillige Investition wäre, die sie aufgrund ihrer Haushaltslage derzeit nicht vornehmen darf. Doch Gutheil, selbst auch Hundebesitzer, hat bereits eine Lösung: „Durch Spenden können wir bereits zehn dieser Boxen und einige tausend Beutel finanzieren“, sagt der Wiblingwerder, der in vielen Gesprächen Zustimmung zu seiner Initiative erfahren habe, wie er versichert. Gerne würde er noch weitere Boxen anschaffen, um die Doppelgemeinde möglichst flächendeckend damit ausstatten zu können. Aber auch über ganz praktische Hilfe würde sich Klaus-Peter Gutheil freuen. Helfer, die bereit wären, die Boxen regelmäßig mit Tüten zu bestücken, können sich telefonisch (0 172/4 46 68 55) oder per E-Mail (dogwib@yahoo.de) an ihn wenden. Wer die Aktion finanziell unterstützen möchte kann das mit einer steuerlich abzugsfähigen Spende an den Heimat- und Verkehrsverein tun. ▪ Volker Griese

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