Gemeinde jetzt Mitglied im Zukunftsnetzwerk Mobilität

Schulweg statt Elterntaxis

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Bürgermeisterin Birgit Tupat und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz (3.v.l.) nahmen die Urkunde von Verkehrsminister Wüst (l.) entgegen.

Nachrodt-Wiblingwerde – 211 Städte, Gemeinden und Kreise haben sich in ganz NRW vernetzt – allein 47 sind es in in Westfalen. Jetzt gehört auch Nachrodt-Wiblingwerde zum Zukunftsnetzwerk Mobilität. Bürgermeisterin Birgit Tupat nahm gemeinsam mit Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz in Münster von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst die Urkunde für die Mitgliedschaft entgegen. Jetzt könnte es also losgehen. Nur mit was genau? „Unter anderem geht es um die Durchführung von Verkehrssicherheitsaktionen, die unterstützt werden. Das würden wir zum Beispiel gern an den Schulen machen, an denen Elterntaxis ein recht großes Problem sind“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Elternhaltestellen gebe es bereits in anderen Städten, damit man auch Kindern zutraue, ein paar Schritte zur Schule zu laufen. „Schulwegsicherung ist das erste Thema, das wir angehen wollen“, sagt auch Sebastian Putz, der Ansprechpartner des Zukunftsnetzwerkes bei der Gemeindeverwaltung ist. Viel wichtiger als mögliche Fördermittel ist für den Ordnungsamtsleiter die Fachkompetenz, die durch das Netzwerk entsteht. So könnte man auch Elternabende mit Experten anbieten, die „zeigen können, wie viele Unfälle vermieden werden können“, so Sebastian Putz. Gerade Netzwerke, so sind sich Birgit Tupat und Sebastian Putz einig, sind von unschätzbaren Wert. „Wo haben andere Städte schon Erfahrungen gesammelt, wovon können wir profitieren, welche Ideen kann man hier umsetzen“, so die Bürgermeisterin und ist sich sicher, dass es viele Antworten dazu geben wird.

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW hat das Ziel, die Städte bei der Mobilitätswende zu unterstützen. Neben der Qualifizierung und Vernetzung der Verwaltungsmitarbeiter gehört es auch zur Arbeit des Zukunftsnetzes, Veränderungsprozesse in der kommunalen Verkehrsplanung hin zur Entwicklung neuer Mobilitätsangebote anzustoßen. Drei regionale Koordinierungsstellen betreuen die Mitglieder vor Ort und sind jeweils bei den Verkehrsverbünden der Region angesiedelt, um das regionale Wissen und bestehende Netzwerke optimal zu nutzen. Als Mitglied des Zukunftsnetzes Mobilität NRW steht den Mitarbeitern der Verwaltung ab sofort ein breites Angebot an Lehrgängen, Vorträgen oder Netzwerktreffen sowie eine individuelle Beratung seitens der Koordinierungsstelle Westfalen zur Verfügung. Die Mitgliedschaft im Zukunftsnetz Mobilität NRW ist für die Kommunen kostenlos.

Beim Blick auf die Dinge, die anderen Städte und Gemeinde bis jetzt angestoßen haben, ragt zum Beispiel das Carsharing-Modell in Dormagen heraus, das irgendwann von allen Bürgern genutzt werden kann. Insgesamt 18 E-Autos stehen zunächst den Stadtmitarbeitern zur Verfügung, dann allen Bewohnern. Im Mittelpunkt vieler Initiativen steht der Aspekt, Mobilität statt Verkehr zu fördern. Die Kreisstadt Olpe hatte im vergangenen Jahr bei einem landesweiten Wettbewerb des Zukunftsnetzes Mobilität NRW den Zuschlag für einen Fußverkehrs-Check erhalten.

 Bürger aus Olpe waren eingeladen, gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Verbänden die Belange Fußgänger zu diskutieren: Welche Probleme gibt es, wo kann man gut und sicher zu Fuß gehen und wo nicht? Rund 25 Minuten geht jeder Deutsche am Tag durchschnittlich zu Fuß. Diese Form der Mobilität ist so umweltfreundlich und gesundheitsfördernd wie keine andere. Und trotzdem seien Fußgänger in der Verkehrsplanung üblicherweise vernachlässigt und als schwächste Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet, so die Sicht der Initiative Zukunftsnetz Mobilität NRW. Bausteine eines kommunalen Mobilitätskonzeptes könnten unter anderem der Ausbau eines Netzes für den Fuß- und Radverkehr, Verkehrsberuhigung, attraktiver und barrierefreier öffentlicher Nahverkehr, Carsharing und Leihfahrräder sein. „Es ist ein Netzwerk für die Zukunft und heißt nicht ohne Grund so“, sagt Sebastian Putz und findet Visionen wichtig. Was letztlich in Nachrodt-Wiblingwerde umgesetzt werden kann, sei eine andere Frage. „Man muss alles versucht haben“, findet der Ordnungsamtsleiter und ist überzeugt, dass die Gemeinde nur profitieren kann.

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