Keine Fördermittel fürs Amtshaus

Der Schein trügt: Das Nachrodter Amtshaus ist zwar ein Schmuckstück, aber ein stark sanierungsbedürftiges.
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Der Schein trügt: Das Nachrodter Amtshaus ist zwar ein Schmuckstück, aber ein stark sanierungsbedürftiges.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Es ist ein Schlag in die Magengrube.“ Bürgermeisterin Birgit Tupat ist fassungslos. Die heiß ersehnten Mittel aus dem Städtebauförderprogramm fließen überall hin – nur nicht nach Nachrodt. Stehen jetzt die Sanierung des Amtshauses und der Anbau auf der Kippe? „Ich weiß es nicht, das müssen wir mit der Politik besprechen“, sagt Birgit Tupat.

4,7 Millonen Euro Fördermittel hatte die Gemeinde dringend erhofft. Noch im Dezember hatte die Bezirksregierung in Aussicht gestellt, dass eine 70-prozentige Förderung des Gesamtkomplexes Amtshaus möglich ist. Jetzt scheint nichts mehr möglich zu sein.

Schwierige Entscheidung

Etwa zwei Millionen Euro hätte die Gemeinde trotz Förderung allein stemmen müssen. Nun steht sie vor der Entscheidung: Die Hoffnung auf finanzielle Unterstützung auf das nächste Jahr schieben oder alle Pläne über Bord werfen. Dass die finanziell arg gebeutelte Gemeinde ohne Fördermittel das Amtshaus sanieren und einen Anbau errichten kann, ist eher unwahrscheinlich.

An der Finanzierung der ausgewählten Projekte des Städtebauförderprogramms 2021 beteiligen sich das Land Nordrhein-Westfalen mit 195 Millionen Euro, der Bund mit 171 Millionen Euro und die Europäische Union mit zwei Millionen Euro. In diesem Jahr werden 294 Projekte in 214 Städten und Gemeinden gefördert. Dass Nachrodt-Wiblingwerde nicht dabei ist, „damit war nach den Vorgesprächen nicht zu rechnen“, so die Bürgermeisterin.

Frage nach der Begründung

Nachdem Ende der vergangenen Woche die Mitteilung gekommen ist, versucht Natascha Handschak, die sich bei der Gemeinde um die Fördermittel kümmert, bei der Bezirksregierung jemanden zu erreichen. „Wir fragen uns, ob es eine Begründung gibt und wie diese aussieht. Wenn die Antwort wäre, dass wir schon viele Fördermittel bekommen haben, wäre das schrecklich“, sagt Birgit Tupat und ergänzt: „Die Pläne dürfen nicht gestorben sein, die Zustände im Amtshaus sind suboptimal und das ist noch schön ausgedrückt. Die Arbeitsbedingungen sind schwierig und man kann auch nicht Ewigkeiten im Container arbeiten. Man muss den Mitarbeitern ja schließlich eine Perspektive geben.“

Natürlich seien alle bereit, zu warten. „Vielleicht signalisiert das Ministerium, dass es 2022 Fördermittel gibt. Wir müssen abwarten“, so die Bürgermeisterin.

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