Gelungene Premiere - vor 30 Zuschauern

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Lügen über Lügen“ heißt das Stück des Amateurtheaters Brettken am drögen Pütt, das am Mittwochabend in der Rastatt Premiere hatte. Zu diesem Anlass waren rund 30 Zuschauerinnen und Zuschauer erschienen. Die schauten sich dann einen durchaus turbulente Verwechslungskomödie an.

Zum Inhalt: Das an sich gut situiertes Ehepaar Dunja und Leo Bubek (Manuela Witt und Dr. Michael Podworny) erfahren von der Existenz einer schwerreichen Erbtante. Mit dieser führt Ehefrau Dunja eine rege Korrespondenz, lässt dabei aber keine Lüge aus und täuscht finanzielle Unabhängigkeit vor. Darüber hinaus lässt sie die Tante wissen, dass sie über umfangreiches Personal verfüge. Es kommt wie es kommen muss: Die Erbtante (Frauke Römer) sagt sich kurzfristig an. Woher nun das Dienstpersonal nehmen. Da bieten sich die Freunde Lisa (Marina Moldenhauer), Werner (Christian Schmidt) und Jörg (Sascha Fotiadias) an, die entsprechenden Parts zu übernehmen. Zu allem Überfluss taucht jedoch auch noch die Mutter Leos (Ilse Alexius) auf. Da sie dem Alkohol zuspricht, hat sie erhebliche Probleme, die Personen richtig zuzuordnen. Auch ein Privatdetektiv (Horst Schröder) treibt sein Unwesen. Sie alle schlüpfen in die verschiedensten Rollen. So wird aus Leo ein Butler. Seinen Part als Ehemann übernimmt entgegen aller Absprachen Jörg. Ehefrau Dunja hat mit dem Problem zu kämpfen, dass sie eigentlich als Ehefrau agieren sollte. Die Frage stellte sich ihr jedoch: Von wem? Das Dienstmädchen Lisa kommt Butler Leo immer näher. Jörg wiederum beabsichtigt, seine Rolle als Ehemann von Dunja perfekt zu spielen. Werner, noch mit Lisa liiert, steht kurz davor, den Verstand zu verlieren, entdeckt er doch die Erbtante mit einem fremden Mann im Bett, der sich als Bruder Leos zu erkennen gibt. Leider können sich weder Leo noch seine Mutter an dessen Existenz erinnern.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten eine Überraschung nach der anderen. Insbesondere durch den Auftritt von Britta Podworny, die dem bis dahin herrschenden Chaos ein überraschendes Ende bereitete. Die Gäste amüsierten sich köstlich. Die Rollen waren gut besetzt. Die Leistungen der Darsteller waren durch die Bank sehr gut. Sie wirkten glaubhaft. Erwähnenswert ist die Leistung Manuela Witts, die die mehr und mehr ins Hysterische abgleitende Ehefrau hervorragend darstellte. Gleiches gilt für Ilse Alexius, die derart „trunken“ über die Bühne torkelte, dass sich der Verdacht aufdrängte, dass sich in den benutzten Flaschen tatsächlich nicht nur Wasser befunden haben könnte. Auch Dr. Michael Podworny, der von einem Extrem in das nächste geschleudert wurde, konnte punkten. Alles in allem gesehen kann man die Vorstellung durchaus als gelungen bezeichnen. Die ein oder andere Textunsicherheit fiel kaum ins Gewicht, konnte doch Souffleuse Heidi Bellmann rechtzeitig „nacharbeiten“. Ein munter agierendes Ensemble und ein gut ausgesuchtes Stück. Das Publikum honorierte die Vorstellung mit viel Applaus. - hb

Weitere Vorführungen sind am 11., 12., 16., 19. und 20 Juni, jeweils um 20 Uhr.

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