Geldstrafe für Beleidigung und Bedrohung

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ein waghalsiges Wendemanöver brachte einem 19-jährigen Nachrodter einen Platz auf der Anklagebank des Altenaer Amtsgerichts ein. Dort musste sich der Mann gestern wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten. Am Ende verließ er den Saal mit einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro im Gepäck.

Laut Anklage hatte 19-Jährige am 26. April gegen 19.40 Uhr auf der Altenaer Straße in Nachrodt einen 20-jährigen Lünener beschimpft und ihm mit den Worten „Ich mach dich einen Kopf kürzer. Ich bring dich um” gedroht. Vor Gericht erklärte der Mann gestern, er habe mit seiner Mutter über Freisprechanlage telefoniert. Die habe ihm gesagt, dass er nach Hause kommen müsse, um seine Großeltern zu verabschieden. Daraufhin habe er an einer Ampel mit Baustelle gewendet. Der 20-Jährige sei in seinem Wagen langsam herangekommen, und habe mit den Händen gestikuliert. Weil er das als Beleidigung angesehen habe, sei er ausgestiegen. „Ich wollte ihn zur Rede stellen. Ich habe aber nicht geschimpft. Ich wollte nur fragen, warum er das gemacht hat. Der Fehler war, nicht weitergefahren zu sein”, so der Nachrodter gestern.

Allerdings: Sowohl der Lünener, als auch seine Freundin, die mit im Auto gesessen hatte, berichteten im Zeugenstand etwas ganz anderes. Nachdem der Angeklagte gewendet hatte, habe das Paar den Daumen gehoben, um zu signalisieren, wie toll er das gemacht hatte. „Es war einfach zur Belustigung”, gaben beide Zeugen die Provokation gestern zu. Dann sei der Nachrodter ausgestiegen und auf sie zugekommen, woraufhin das Paar schnell die Türen verriegelt habe. „Mit groß aufgerissenen Augen hat er gegen die Scheibe geboxt und gesagt, „Du Hurensohn, ich bring dich um. Mach die Tür auf“, erinnerte sich der 20-Jährige. „Er fing an, mit der Faust gegen die Scheibe zu schlagen, und dann auch mit dem Kopf. Ich weiß nicht, wie man so ausrasten kann. Ich hatte Angst, habe die Nummer der Polizei gewählt, und dem Angeklagten gezeigt. Dann ist er abgehauen”, sagte die 21-jährige Beifahrerin. Mit den Daten des Kennzeichens war das Paar schließlich zur Polizei gegangen.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Richter Dirk Reckschmidt sahen gestern keinerlei Anhaltspunkte, für eine Falschaussage der Zeugen. Da er noch bei seinen Eltern lebt, und nicht auf eigenen Beinen steht, verurteilte das Gericht den noch nie strafrechtlich in Erscheinung getretenen jungen Mann schließlich nach Jugendstrafrecht zu 600 Euro.

Trotz Ärger über diese Entscheidung, ließ der Nachrodter das Urteil rechtskräftig werden. ▪ jape

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare