"Koch für die hauseigene Dachterrasse gesucht"

Das Geheimnis um das Kreckelhaus: Gerüchte um einen Abriss

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Die Gerüchteküche brodelt. Angeblich soll das Kreckelhaus abgerissen werden. Aber es liegt kein Antrag beim Märkischen Kreis vor.

Nachrodt-Wiblingwerde - Was ist mit dem Kreckel-Haus? Und wo ist eigentlich der Briefkasten des Gebäudes? Bewerbungen sollen nämlich an die Kirchstraße 5 geschickt werden. Gesucht wird beispielsweise ein Koch für die hauseigene Dachgastronomie. Auch Küchenhilfen und Servicepersonal sollen angeblich im vierten Quartal eingestellt werden. Ein ambitioniertes Vorhaben wie es scheint.

Im Mai vergangenen Jahres verkündete die Firma Mencosano, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Junaba, einer Grundbesitz und Service GmbH aus Düsseldorf, dass sie in Nachrodt ansässig werden will. Es sollen, so die Auskunft damals, Bereiche für die Tagespflege, später auch Bereiche für Intensivpatienten entstehen: für Beatmungspatienten, die im Krankenhaus nicht weiter therapiert werden können. Doch nachdem die Entrümpelung startete, ruht jetzt der Betrieb. Seit Monaten.

Lohnt sich der Umbau nicht? Wird er zu teuer? Die Gerüchteküche um das Haus brodelt. Angeblich soll es abgerissen werden. Das dürfte mit dem erforderlichen Entsorgungskonzept erhebliche Kosten verursachen. Doch: „Ein Antrag zum Abriss des Gebäudes liegt nicht vor“, sagt Ulla Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises. Aktuell gebe es auch für einen Umbau keine aktuelle Antragslage. Die Heimaufsicht habe zuletzt am 19. Juli vergangenen Jahres mit Vertretern von Mencosano gesprochen und dabei auch deutlich gemacht, dass es keinen Bedarf an Einrichtungen für Beatmungspatienten gebe, wohl aber für andere Wohnformen wie beispielsweise Demenzwohngruppen.

 „Aber letztlich hat der Kreis auf das Angebot keinen Einfluss. Verträge werden mit den Krankenkassen geschlossen“, so Ulla Erkens.

Auskünfte der Firma Mencosano selbst gibt es nicht. „Ich möchte dazu keine Stellungnahme angeben“, so Olga Maiber, Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes von Mencosano, der in Nachrodt ansässig ist. Zudem gibt es in der Gemeinde die ambulante Pflege awia. Plätze in Pflegeheimen stehen aktuell im Pertheshaus (48) und im Nachrodter Hof (81) zur Verfügung.

Die Geschichte des Kreckel-Hauses:

Seit vielen Jahren steht das Haus am Nachrodter Feld leer. Vor 15 Jahren sollen die Besitzer der Firma CMS in einer Nacht- und Nebelaktion die Gemeinde verlassen haben. Seitdem gammelt das mehrstöckige Gebäude vor sich hin. Immer wieder hatte man in der Vergangenheit versucht, das Gebäude per Zwangsversteigerung loszuwerden. 2003 hätte es fast ein „Happy End“ gegeben, denn damals plante ein Investor, dort ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen einzurichten. Daraus wurde nichts. Die Ist-Situation verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr, gipfelte in zerbrochenen Fensterscheiben, rausgerissenen Kupferleitungen und Birken, die oben auf dem Flachdach in den Himmel wuchsen.

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