Gegen Pelzträger auf der Kö demonstrieren

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Roxanne Mühler. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenn im Fernsehen Nachrichten über Walfanggegner kamen, saß Roxanne Mühler schon als kleines Kind fasziniert vor dem Fernseher.

„Ich fand es toll, wie sich Greenpeaceaktivisten mit so einem kleinen Boot den Großen in den Weg stellten“, erzählt die 20-jährige heute. Und je älter sie wurde, desto mehr wuchs in ihr der Wunsch, sich für den Tierschutz stark zu machen. Aber wie? Greenpeace hatte eher ökologische Ziele im Visier und der Tierschutzbund war ihr in einigen Dingen zu passiv, doch dann stieß sie auf Peta. Die international agierende Tierrecht-Organisation ist in der Vergangenheit besonders durch ihre Anti-Pelz-Kampagnen aufgefallen. Doch - Peta setzt sich vielfältig ein. Seit fast zwei Jahren engagiert sich die junge Frau dort nun aktiv für den Tierschutz. Demonstrationen, Flyer verteilen und Aufklärungsgespräche auf der Straße sind für Roxanne Mühler selbstverständlich.

„Auf der Welt passiert soviel, die Menschen denken oftmals gar nicht darüber nach, was ihr Handeln für die Tiere bedeutet“, erklärt die Tierschützerin. Viele wollten aber auch gar nicht darüber nachdenken. Insbesondere wenn es um das Luxusgut Pelz geht. „Spricht man die Leute, die Pelz tragen, auf der Straße an und klärt sie auf, sind die Reaktionen meist nicht sehr freundlich“, berichtet sie. Viele Ausreden bekommt sie dann zu hören, wie „Das Tier war eh schon krank“. Aber das stimme nicht. Ihr ist es wichtig auf die Missstände aufmerksam zu machen: „Ich habe früher schon alles gemeldet, aber nie ist etwas passiert. Peta hingegen tut auch etwas.“

Am Freitag war die Rennerderin auf der Düsseldorfer Königsallee demonstrieren. Hier sei von aktiver Pelzablehnung seitens der Bevölkerung kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil, die Menschen hätten sich eher belästigt gefühlt. Und einige seien gar ausfallend geworden. „Peta ruft ganz klar zum stummen Protestauf, Aggressivität oder Zurückpöbeln führe nicht zum Erfolg. Denn hier geht es nicht um persönliches Recht, sondern einzig um die Tiere“, erklärt sie.

Peta arbeite insbesondere symbolisch. Makaber wirkende Plakate dienten nicht nur der Abschreckung, sondern sollen den Menschen bewusst machen, was sie dort gerade tragen oder essen. Gerne würde die angehende Tätowiererin noch mehr Aktionen unterstützen.

Aber vieles fände vor allem in Ostdeutschland statt, denn dort seien beispielsweise die meisten Mastbetriebe zu finden. Peta geht auf die Betriebe und filmt die Zustände, um so den Tieren zu helfen. „Wenn ich könnte, wäre ich da immer mit dabei“, erzählt sie. Doch auch, wenn hier nicht die riesigen Demonstrationen und Aktionen stattfinden, könne man einiges bewegen. So zum Beispiel im Internet. Regelmäßig rufe die Organisation zu Protestbriefen auf oder sammle Unterschriften. „Es hilft auch die Leute, die Pelz tragen, auf der Straße anzusprechen und aufzuklären, hauptsache man tut etwas und sieht nicht einfach nur zu.“ Peta habe gerade in diesem Segment viel bewegt. Einige große Modehäuser, hätten Pelzartikel aus dem Angebot genommen, nachdem sie über die Herstellung aufgeklärt wurden.

Auch privat verfolgt Roxanne Mühler die Rechte der Tiere: „Ich bin Vegetarierin. Fragt man die Leute, wie viel Fleisch sie essen, sagen sie oft, es sei nicht viel. Doch das täusche: Denn auch auf Brot komme viel Fleisch. Dennoch verurteilt sie die Leute, die Fleisch essen, nicht. Sofern sie dies bewusst tun. „Meine Familie isst auch Fleisch, sie achten darauf, dass es aus Betrieben kommt, in denen es den Tieren gut ging. Und darauf kommt es an“, sagt sie.

Zu Weihnachten gibt es im Hause Mühler Ente in Orangensauce, vegetarisch, aus Tofu, versteht sich. „Vegetarisch zu kochen, ist alles andere als langweilig“, erzählt sie. So könne man sogar nicht nur vegetarisch, sondern auch vegan backen.

Lydia Machelett

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