Straßenlaternen dienen als Zielscheiben

Monteur Crispin Reinhold mit der durchlöcherten Laternenabdeckung. Solche Sachbeschädigungen verursachen für die ohnehin finanziell nicht auf Rosen gebettete Gemeinde unnötige Kosten.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Der Schirm der Straßenlaterne ist durchlöchert wie ein Nudelsieb. Bei näherem Hinsehen wird schnell klar, was hier passiert ist: Wahrscheinlich ein Luftgewehrschütze hat den Kunststoffzylinder, der das Leuchtmittel der Laterne schützt, als Zielscheibe benutzt.

Für Elektromeister Martin Murza , der für die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde die Straßenbeleuchtung wartet, ist diese Art der Sachbeschädigung nichts Neues. Immer wieder muss er Laternen reparieren, die mit Geschossen oder auf andere Art und Weise zerstört worden sind. „Meistens passiert das an etwas abgelegenen Stellen, aber wir hatten auch schon einen Fall am Helbecker Weg in Einsal“, berichtet Murza aus der Praxis.

Im aktuellen Fall war die Ursache der Beschädigung leicht erkennbar. „In der Lampe lagen diese kleinen Luftgewehrkugeln“, konnte Martin Murza sofort erklären, wie die Löcher in die Leuchtenabdeckung gekommen sind. „Vor einigen Jahren haben wir in einer Leuchte auch schon einmal einen Armbrustbolzen gefunden“, weiß der Elektromeister aus Erfahrung, dass die Verursacher solcher Schäden aber auch schonmal zu durchschlagsstärkeren Waffen greifen.

Abgesehen von den Gefahren, die von solchen Schießübungen auf öffentlichen Straßen ausgehen, kostet die Beseitigung der dadurch entstehenden Schäden die Gemeinde eine Stange Geld. „Für die Reparatur einer Mastaufsatzleuchte fallen leicht 400 bis 500 Euro an“, erklärt Dirk Röding, der unter anderem für Straßenbeleuchtung zuständige Fachbereichsleiter im Amtshaus. Im aktuellen Fall war eine solche teure Reparatur notwendig, weil es sich schon um ein älteres Leuchtenmodell handelte, für das keine Ersatzabdeckung mehr zu bekommen war. Deshalb musste der gesamte Leuchtenkopf ausgetauscht werden. Doch auch im günstigeren Fall schlägt eine Reparatur schnell mit 200 Euro zu Buche – Geld, das die notorisch klamme Gemeinde gerne sinnvoller investieren würde.

Doch nicht nur durch Luftgewehrschützen geht in der Doppelgemeinde so manche Straßenlaterne zu Bruch. Auch andere Formen des Vandalismus sind bei der Gemeindeverwaltung aktenkundig. „Am Langenstück ist fast jede Leuchte kaputt“, hat Dirk Röding festgestellt, dass die dort aufgestellten Nostalgieleuchten wohl eine besondere Anziehungskraft auf Vandalen ausüben.

Natürlich sieht die Gemeinde nicht tatenlos zu, wie ihr Eigentum zerstört wird. „Wir bringen jeden Fall zur Anzeige“, versicherte Fachbereichsleiter Röding. Allerdings ist die Suche nach den Verursachern der Schäden bisher meistens im Sande verlaufen. - Volker Griese

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