Gefährlicher Job in schwindelnder Höhe

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Höhenarbeiter seilen sich an der Felswand unterhalb von Klaras Höhe ab, um sie von lockerem und brüchigem Gestein zu befreien. Deshalb ist die Dümplerleie derzeit gesperrt. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Schwindelfrei müssen sie schon sein, die Männer, die derzeit an der steilen Felswand unter Klaras Höhe hängen. Tagtäglich klopfen sie den Felsen unterhalb des Nachrodter Aussichtspunktes ab – seit Montag. Und mindestens noch bis zum Ende dieser Woche. „Wahrscheinlich auch noch zwei oder drei Tage länger. Man kann das schlecht abschätzen“, meint Uwe Schäfer, der die Maßnahme vor Ort leitet.

Sieben Höhenarbeiter des Schmallenberger Unternehmens Feldhaus sind im Bereich der Dümplerleie damit befasst, auf einer Länge von 200 bis 250 Metern die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Die hat nämlich unter dem Einfluss der Witterung gelitten, wie Uwe Schäfer erklärt: „Wir haben es hier mit ziemlich schiefrigem Fels zu tun. Da ist der Verwitterungszustand – anders, als zum Beispiel bei Granit – relativ hoch.“ In die Nachrodter Felswand kann relativ leicht Wasser eindringen, und unter der Einwirkung von starkem Frost werden dann kleine und größere Felsbrocken regelrecht losgesprengt. Auch die Vegetation bahnt sich in dem felsigen Gelände ihren Weg und lockert so manchen Stein. Das gelockerte Gestein kann sich dann irgendwann vollends lösen und auf die Straße fallen, die unter Klaras Höhe entlangführt.

Damit es so weit möglichst erst gar nicht kommt, lässt die Gemeinde die Felswand regelmäßig auf lockeres oder brüchiges Gestein untersuchen, das dann auch sofort entfernt wird. Zuletzt erfolgte das vor etwa fünf Jahren. Diesmal übernehmen das die sieben Feldhaus-Höhenarbeiter, die sich, an Seilen und mit Gurtzeug gesichert, an den bis zu 70 Meter hohen Felsen mit Hammer, Brechstange, Spreizer und Spaltgerät nach unten arbeiten. Ein anstrengender und nicht ungefährlicher Job.

Weil die Arbeiten aufgrund der herabfallenden Steine auch für Passanten und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich sind, hat die Gemeinde die Dümplerleie komplett gesperrt. Die Anwohner können den Gefahrenbereich nur passieren, wenn die Höhenarbeiter ihre Tätigkeit unterbrechen. Wanderer, bittet die Gemeinde, sollten den Bereich in den nächsten Tagen völlig meiden. ▪ vg

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