Projekte und Themen 2021 in Nachrodt

Plan B für Qbus-Gastronomie

So könnte die neue Gastronomie an der Lenne aussehen.
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So könnte die neue Gastronomie Qbus an der Lenne aussehen.

Von A wie Amtshaus über Q wie Qbus bis W wie Windkraft: Es gibt viele Themen für 2021 in Nachrodt. Und einen Plan B für das spannendste Gastro-Projekt im MK.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Lennebrücke bröckelt vor sich hin. Wird es denn bald etwas mit dem Neubau? Und reicht das Startkapital in Höhe von 50 000 Euro für die neue Gastronomie Qbus? Die kleinste Gemeinde des Kreises könnte – wenn denn alle Bauvorhaben angegangen werden – in diesem Jahr ganz groß ‘rauskommen. Von A bis (fast) Z reichen die Themen im Interview zum Jahresanfang mit Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Bürgermeisterin Birgit Tupat (Mitte) mit ihren Stellvertretern Michael Schlieck und Sonja Hammerschmidt

A wie Amtshaus: Nicht jeder mag den Anbau

Die Pläne für den Anbau sollen überarbeitet werden, Fraktionszimmer sind gewünscht. Gleichzeitig tobt auf Facebook eine Gegenwehr, die den geplanten Anbau als furchtbar bezeichnet. Was denken Sie?

Die Überplanung läuft zurzeit. Ich weiß, dass das Moderne neben dem denkmalgeschützten Amtshaus einigen Bürgern ein Dorn im Auge ist. Aber man muss auch die Hintergründe kennen. Es gab einmal einen Plan, bei dem sich ein Anbau an das Amtshaus anschmiegte, der genauso aussah wie das alte Gebäude.

Dazu hat die Denkmalbehörde aber angemahnt: Man muss einen deutlichen Unterschied zwischen dem denkmalgeschützten Bereich und dem Neubau sehen. Wir benötigen eine denkmalberechtigte Erlaubnis. Diese wird zurzeit geschrieben und muss bis zum 15. Januar bei der Bezirksregierung für den Förderantrag vorliegen. Man ist also gebunden in seinen Entscheidungen. Aber um es auch zu sagen: Mir gefällt der geplante Anbau total gut.

B wie Brücke: Verfahren für neue Lennebrücke zusammenführen

Gibt es zum Dauerthema Neubau der Lennebrücke Neuigkeiten?

Wir sind an der Dükerplanung und liegen gut im Rennen. Wir sind dabei, die Meter von Akten zwischen dem Landesbetrieb und der Gemeinde zusammenzuführen, um dies dann gebündelt an die Bezirksregierung für das Planfeststellungsverfahren weiterzuleiten.

Der Bau der Lennebrücke und der Bau des Dükers sollen ein Verfahren werden. Die Versorgungsleitungen, jetzt unter der alten Brücke, müssen ja auf die andere Seite.

C wie Christen: Katholiken ohne ein Pfarrer

Die Nachrodter Katholiken stehen bald ohne Pfarrer da, die evangelischen Kirchen Nachrodt und Wiblingwerde sollen und wollen mehr zusammenarbeiten. Inwieweit ist das auch Thema für eine Bürgermeisterin?

Das kann ich nur privat sehen, weil ich mich als Bürgermeisterin nicht in die kirchlichen Angelegenheiten einmische. Natürlich ist die Situation schwierig, wir sehen es ja überall: Kirchenschließungen, immer weniger katholische Priester, die die Ausbildung machen. Man kann nicht mehr wie früher aus dem Vollen schöpfen, als jedes Kirchlein seinen eigenen Pfarrer hatte.

D wie Demokratie: Öffentlichkeit Pflicht

Können die Ausschusssitzungen und die Sitzungen des Rates trotz Pandemie stattfinden?

Ja. In der Coronaschutzverordnung steht, dass gerade solche notwendigen Versammlungen – natürlich unter Hygieneregeln – stattfinden können. Wir haben mit den Ausschussvorsitzenden gesprochen, und bis auf den Sportausschuss werden die Sitzungen durchgeführt.

Online-Sitzungen sind insofern nicht möglich, da Ausschusssitzungen öffentlich sein müssen. Jeder muss die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Da ist im Online-Verfahren nicht gewährleistet.

E wie Ehrenring: Kaum einer will ihn

Bei der Verabschiedung der langjährigen Ratsmitglieder wollte niemand den Ehrenring. Wie viele gibt es denn noch davon? Und muss man sich von Traditionen verabschieden?

Wir haben hier keinen Ehrenring im Haus, wenn gewünscht wird er angefertigt. Man sieht tatsächlich kaum noch Leute mit einem Siegelring und Wappen. Da ist heute sicher eine Uhr schöner.

F wie Förderanträge: Eine Mitarbeiterin nur dafür

Die Gemeinde ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen, versucht Fördertöpfe anzuzapfen. Mittlerweile ist eine Mitarbeiterin nur dafür eingesetzt, nicht wahr?

Ja. Das kann man nicht nebenbei machen. Welche Fördermittel gibt es? Dafür ist das Gemeindeentwicklungskonzept wichtig, sonst kommt man heute kaum noch an Förderanträge. In den letzten zwei Jahren sind erhebliche Fördergelder nach Nachrodt-Wiblingwerde geflossen oder fließen noch.

Und auch nur, weil wir uns richtig ‘reingehängt haben. Es fing an mit dem Schulhof der Sekundarschule, ging weiter über das Gartenhallenbad, für das sich Frau Karisch mit der Gemeinde eingesetzt hat, mit dem Kornspeicher und dem Sozialtrakt der Lennehalle. Anforderungen für die Förderanträge sind erheblich.

Andere Städte haben schon seit Jahren zwei oder drei Leute, die sich mit nichts anderem als Fördermittel beschäftigen. Es gibt Fördertöpfe mit Millionen Euro. Es wäre einfacher, wenn man die Summe X nach einem bestimmten Schlüssel an die Kommunen aufteilen würden.

G wie Gartenhallenbad: Sanierung startet dieses Jahr

Da sind wir wieder bei Förderungen. 2,1 Millionen Euro gibt es vom Land für die Sanierung. Was kann es losgehen?

Ein Betonsanierer ist gefunden. Es gibt ein Gutachten, das noch einmal verfeinert werden muss. Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr begonnen wird.

H wie Homepage: Gute Resonanz

Es soll eine Neue geben. Wie wichtig ist das? Und wie wird der Mängelmelder der neuen App angenommen?

Wir bekommen durchaus Mitteilungen über den Mängelmelder. Das wird also gut genutzt. Und die neue Homepage ist wichtig, damit die Leute, die auf die Seite gehen, sich nicht totsuchen, sondern alles vernünftig finden. Auch Verlinkungen müssen vorhanden sein.

I wie schnelles Internet: Nachrodt ganz vorne dabei

Sind Sie zufrieden mit dem Ausbau?

Die Hausanschlüsse sollen zeitnah montiert werden. Die Rücklaufquote derjenigen Haushalte, die schnelles Netz haben möchten, ist hoch: In der Gemeinde stieg sie nach zögerlichem Start auf 89,9 Prozent. Das ist wirklich gut gelaufen, auch mit den Unternehmen. Sie haben das in einer guten Zeit geleistet.

K wie K24: Zwei Sperrungen irritieren

Es gab eine Sperrung, die viele irritierte, zumal dann auch noch die Straße Woerdener Bach gesperrt wurde. Ärgerlich?

Es müsste alles wieder offen sein. Wir können keine Maßnahmen ergreifen, weil es nicht unsere Straße ist. Die Feuerwehr war vor Ort, musste aber ihren Einsatz abbrechen. Fichten wurden nur noch von den Baumkronen der Laubbäume gehalten. Maschineller Einsatz war nötig.

Und wenn man beim Landesbetrieb niemand erreichen kann, muss man vor Ort abwägen, was zu tun ist. Da blieb nur eine Sperrung. Dass dann plötzlich die Straße Lahmer Hase eine Einbahnstraße war, haben wir auch sehr spät erfahren. Eine Aktion der Stadt Hagen, die uns nicht unterrichtet hat.

L wie Lennehalle: Sportlicher Zeitplan für Bau

Der Sozialtrakt soll auf die andere Seite, damit die Feuerwehr mehr Platz bekommt. Das Gebäude der Feuerwehr soll erneuert werden. Klappt das in diesem Jahr?

(lacht) Man muss ja mit einem anfangen – und zwar mit dem Sozialtrakt. Wir warten jetzt auf den offiziellen Förderbescheid und haben mit den Vorarbeiten begonnen.

Man kann nicht etwas anbauen, ohne zu wissen, wie der Unterbau ist. Aber das Personal ist begrenzt. Man sagt, ein Ingenieur kann im Jahr 1,5 Millionen Euro verbauen. Was wir machen, ist schon sportlich. Aber wir wollen so viel wie möglich in Angriff nehmen.

M wie Manager: Klimaschutz zum Nulltarif

Es soll ein Klimaschutzmanager eingestellt werden. Gibt es schon eine Ausschreibung?

Wir sind dabei das vorzubereiten. Das wird auch gefördert. Oft ist es so, dass erst der Förderantrag genehmigt werden muss, bevor man etwas anfängt. Wir als Stärkungspaktkommune bekommen den Klimaschutzmanager zu 100 Prozent gefördert und wollen ihn auch nicht mit anderen Kommunen teilen, was auch mal im Gespräch war.

Wir haben genug Projekte: Gebäudesanierungen, die Lenneroute, die uns auf den Nägeln brennt. Der wird hier gut beschäftigt sein, und wir sind guter Dinge, dass wir einen Klimaschutzmanager finden.

N wie Nachrodter Kurve: Alle Einrichtungen dicht

Das Jugendzentrum ist geschlossen, die Bücherei ist geschlossen. Die Sportstätten sind zu. Der Bürgerbus fährt nicht. Bei aller Wichtigkeit der Maßnahmen: Vereinsamen die Menschen nicht längst?

Ich glaube, dass man sich im kleinen Ort noch umeinander kümmert. Aber die Situation ist natürlich schwierig, gerade auch für die Kinder und Jugendlichen. Es kann auch zu Spannungen in der Familie führen, wenn man den ganzen Tag mit Homeschooling und Homeoffice aufeinanderhängt.

P wie Pandemie: Impfen „so schnell wie möglich“

Wobei wir beim Thema Corona sind. Nachrodt-Wiblingwerde war lange Zeit verschont, dann kam das Virus heftig. Sind Sie zufrieden mit den Schutzmaßnahmen und wollen Sie sich persönlich impfen lassen, wenn Sie dann an der Reihe sind?

Ich möchte mich so schnell wie möglich impfen lassen. Ich bin kein Mediziner, aber ich vertraue den Fachleuten. Was soll ich zehn Jahre Forschung abwarten?

Ich bin froh um jede Meldung, dass Impfdosen nach Deutschland kommen. Und ich denke, dass die Schutzmaßnahmen einfach notwendig sind. Wir haben zwar damit gerechnet, dass die Infektionszahlen hoch gehen, aber das Dramatische ist jetzt schon erschreckend.

Q wie Qbus: Plan B, falls das Geld nicht reicht

Reichen jetzt die 50 000 Euro Startkapital für die Bürgerstiftung?

Das wissen wir noch nicht. Die Unterlagen liegen bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Wenn alle Stricke reißen, werden wir nach anderen Optionen gucken. Es gab ein Gespräch mit Vertretern der Regionale 2025. Ich habe das Projekt in einer Videokonferenz vorgestellt und da war man ganz angetan.

Man muss dies auch mit den Lenneschiene-Kommunen absprechen, da wir ja den Zusammenschluss Lenneschiene 2.0 haben. Qbus könnte auch ein Alleinstellungsmerkmal nicht nur für den Ort, sondern auch für die Region sein. Die Vertreter fanden das total interessant.

R wie Rastatt: Bewirtung im Sommer

Die Rastatt ist Geschichte. Wird der Bereich begrünt?

Der Bereich wird mit Splitt abgedeckt. Man muss ja auch schauen, wie man eine Bewirtung des Kulturschocks ermöglicht. Im Sommer wird da noch nichts Neues stehen, aber trotzdem soll es ein Angebot geben.

Die Bilder vom Abriss der Rastatt

Die Rastatt: Abriss einer Traditionsgaststätte

Die Rastatt in Nachrodt wird abgerissen: Es ist das Ende der Traditionsgaststätte an der B236.
Die Rastatt in Nachrodt wird abgerissen: Es ist das Ende der Traditionsgaststätte an der B236.
Die Rastatt in Nachrodt wird abgerissen: Es ist das Ende der Traditionsgaststätte an der B236.
Die Rastatt in Nachrodt wird abgerissen: Es ist das Ende der Traditionsgaststätte an der B236.
Die Rastatt: Abriss einer Traditionsgaststätte

S wie Schule: Sanierung wird vorbereitet

Ein großes Vorhaben ist die Sanierung der Grundschule Wiblingwerde. Wie ist der Stand der Dinge?

Dirk Röding wird einen Zeitplan aufstellen, der Bauantrag wird vorbereitet. All das, was behördlich notwendig ist, bevor man den ersten Hammer in die Hand nehmen kann, wird getan.

T wie Tablets: Verteilung in Schulen läuft

Wie sind die Schüler und Lehrer ausgestattet?

Die Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde hat 39 Tablets für die Schüler und 17 für Lehrer bekommen. Die Sekundarschule bekommt insgesamt für beide Standorte wohl 80 Geräte für die Schüler und 53 für die Lehrer.

Um die Beschaffung kümmert sich dort die Stadt Altena. Bisher ist aber noch kein Gerät an die Kinder ausgehändigt, weil sie von der Südwestfalen IT noch nicht eingerichtet sind.

U wie Unterstützung: Kaum Termine für Bürgermeister

Michael Schlieck und Sonja Hammerschmidt sind Bürgermeister-Stellvertreter. Ist es aber nicht so, dass gerade auf dem Land gewünscht wird, dass die Bürgermeisterin persönlich kommt?

Im Moment liegt ja alles brach. Persönliche Besuche und Feierlichkeiten sind auf Null gefahren. Sie vertreten mich bei Geburtstagsbesuchen, bei Ehejubiläen, bei Feiern von Vereinen beispielsweise.

V wie Versorgung: Immer weniger Läden

Es gibt nur noch einen Friseur in der ganzen Gemeinde, nur noch eine Apotheke. Ein bisschen mager?

Wenn man einen Nachfolger sucht und keinen findet: Was soll man da machen? Mit einer Apotheke sind wir 50 Jahre ausgekommen. Aber drei Friseure gab es. Es wäre toll, wenn wieder einer eröffnen würde.

W wie Windkraft: Abwarten und hoffen

Die Investoren freuen sich, dass es bald losgehen kann, bei anderen hält sich die Freude in Grenzen.

Man muss jetzt erst einmal abwarten. Es läuft noch das Eilverfahren am Verwaltungsgericht Arnsberg. Naturstrom Veserde hat auf die Anordnung der sofortigen Vollziehung geklagt.

Das Gericht hat aber noch nicht entschieden. Dann kam das Investitionsbeschleunigungsgesetz und auf dieser Grundlage meinen die Investoren, im Januar anfangen zu können. Das Eilverfahren müsste als erledigt erklärt werden. Wir warten jetzt erst einmal auf die Entscheidung des Gerichts.

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