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Gartenhallenbad: Funken sprühen, Decke kommt runter

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Demontage der abgehängten Decke im Gartenhallenbad übernimmt Gerüstbauer Mirco Maciozek mit seinem Team.
Die Demontage der abgehängten Decke im Gartenhallenbad übernimmt Gerüstbauer Mirco Maciozek mit seinem Team. © Fischer-Bolz, Susanne

Die Funken sprühen, als die alten Lüftungsrohre abgeflext werden. Eine schweißtreibende Arbeit in luftiger Höhe. Gerüstbauer Mirco Maciozek und seine Mitarbeiter sind gerade dabei, die abgehängte Decke im Gartenhallenbad zu demontieren – jene Decke, die zu stürzen drohte. Schon sehr bald soll das Bad wieder öffnen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Das Schwimmbad am Holensiepen musste Knall auf Fall geschlossen werden, weil niemand mehr für die Decke die Hand ins Feuer legen wollte. (wir berichteten). Die Alu-Paneele, die die Schwimmbadgäste über ihren Köpfen sehen konnten, sind so leicht, dass man sie mit zwei Fingern halten kann. Sie kommen zum Schrotthandel und bringen vielleicht noch ein paar Euro. Proben der Dämmwolle darüber hat Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad, an ein Labor geschickt. Sie werden auf Asbest untersucht, „aber wir gehen davon aus, dass kein Asbest gefunden wird. Das passt vom Bauzeitraum nicht“, sagt sie und ist froh, dass die Arbeiten augenscheinlich in Windeseile vonstattengehen. Denn sobald als möglich soll das Gartenbad wieder öffnen.

Gerüstbauer taucht ab

Die Hallendecke diente nur dem Schallschutz – auch ohne sie können Schwimmbad-Besucher dann bis zur Innen-Sanierung das Gartenhallenbad problemlos nutzen. Manchmal fallen kleine Abbruchteile ins Wasser. Als Mirco Maciozek irgendwann dringend eine Abkühlung benötigte, tauchte er selbst ab und konnte dabei Material aus dem Becken fischen. Und wenn die komplette Decke das Zeitliche gesegnet hat, kommt auch der Tauchertrupp von Bernd Krüger. In voller Montur mit Sauerstoffmasken und Kescher kann dann in aller Ruhe der Beckenboden nach den Dingen abgesucht werden, die dort nicht hingehören. Natürlich wird das Wasser ständig gefiltert, denn Staubpartikelchen lassen sich bei der großen Aktion nun gar nicht vermeiden. Im Einsatz auch: ein Wassersauger. Dass das Bad eine Grundreinigung bekommt und Wasserproben genommen werden, bevor die Kurse wieder starten und auch das öffentliche Schwimmen wieder möglich ist, versteht sich von selbst.

Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad, hofft, dass das Schwimmbad schon bald wieder öffnen kann.
Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad, hofft, dass das Schwimmbad schon bald wieder öffnen kann. © Fischer-Bolz, Susanne

Jetzt aber steht erst einmal die Decke im Zentrum des Geschehens. Das Gerüst überspannt die gesamte Wasserfläche. Das Werkzeug und alles, was Mirco Maciozek benötigt, wird durch ein Fenster transportiert. Die Abbrucharbeiten kosten 15000 Euro, das Gerüst 8000 Euro. „Damit hatten wir ein Angebot, das unter denen lag, die die Verwaltung bekommen hat“, sagt Sabine Karisch. So ist der Trägerverein jetzt Auftraggeber. Wenn die Kosten eventuell nicht über die Fördermittel für die große Sanierung gedeckt werden können, wird der Trägerverein dies übernehmen. „Wir sind ja nicht gewählt worden, um das Geld zu horten. Die Decke war schon länger von uns geplant“, so Sabine Karisch. Ziel vom Trägerverein als auch von der Gemeindeverwaltung ist, das Bad so schnell wie möglich wieder zu öffnen. „Dass der Schwimmbadbetrieb wieder aufgenommen wird, ist in unser aller Interesse“, sagt Birgit Tupat. Deshalb ist auch Darian Niedernhöfer vom Ingenieurbüro Werner vor Ort, der den Beton prüft. Risse und Abplatzungen würde man schnell erkennen. Kleine Schadstellen werden abgeklopft. „Bei einer alten Decke ist das normal“, erzählt er. Gearbeitet wird in erster Linie mit dem Gehör. Denn wenn Bewehrungseisen zu rosten beginnen, gibt es eine Volumenzunahme und „wenn man mit dem Hammer draufhaut, hört es sich hohl an.“ Ein Dilemma hat er offenbar nicht vorgefunden.

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