Besucher werden nach Sanierung kaum Unterschied sehen

Gartenhallenbad: Das erwartet Schwimmer nach der Sanierung

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Sabine Karisch vor dem Mosaik aus den Anfängen, das im Gartenhallenbad erhalten bleiben soll.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Geldsegen in Höhe von 2,1 Millionen Euro für die Sanierung des Gartenhallenbads wird für notwendige Verbesserungen am Gebäude und energetische Maßnahmen genutzt. Werden Besucher "ihr" Schwimmbad nach der Renovierung noch wiedererkennen? Das soll sich ändern.

Wer hat das Mosaik gestaltet? Als das Gartenbad 1969 erbaut wurde, muss ein Künstler am Werk gewesen sein. Passend zum Thema springen im Bild zwei Männer vom Startblock, zwei Frauen sonnen sich, ein Schwimmer krault durch die Wellen. „Das werden wir auf jeden Fall erhalten“, sagt Sabine Karisch, Vorsitzende des Trägervereins Gartenhallenbad. Der Geldsegen in Höhe von 2,1 Millionen Euro für die Sanierung wird in notwendige Verbesserungen am Gebäude und für energetische Maßnahmen genutzt. 

„Die Besucher werden kaum einen Unterschied wahrnehmen. Wir werden kein Schickimicki-Bad, sondern bleiben retro. Das macht auch den Charme aus“, findet Sabine Karisch. Das komplette Hallenbad wird gerade auf Hochglanz poliert. Aber während die Freibäder heute wieder öffnen dürfen, ist eine Wiedereröffnung des Gartenbades am Holensiepen augenscheinlich noch weit entfernt. Ende Mai wäre dies möglich. Aber ob das realistisch ist, bezweifelt Sabine Karisch.

„Freibäder haben ganz andere Filteranlagen, sind ganz anderes dimensioniert, weil sie darauf ausgerichtet sind, einen großen Ansturm von Gästen zu empfangen“, sagt Sabine Karisch. Man darf nach Vorgaben auf Abstand Sport betreiben, aber nicht die Umkleiden und Duschen benutzen. „Und das ist für uns undenkbar.“ 

Selbst wenn der Gast jetzt geduscht und umgezogen kommen würde, müsse er nach dem Schwimmen duschen. Bei Nutzung der Umkleiden müssten diese sofort im Anschluss desinfiziert werden. Der Personalaufwand, um alle Regeln zu kontrollieren, wäre erheblich. „Das Schwimmen selbst ist nicht das Problem“, so Sabine Karisch. 

Keine Schwimmzeit, keine Einnahmen. Dass das für den Trägerverein (noch) kein Desaster ist, erklärt Sabine Karisch so: „Durch die Rücklagen für die Investitionen, die jetzt durch die öffentlichen Mittel abgedeckt werden, sind wir in einer entspannteren Situation.“ Apropos entspannt: Das ist die Lage wahrlich nicht. Sabine Karisch bekommt jeden Tag viele Mails – darunter vom Landessportbund, vom Bund der Schwimmmeister, vom Arbeitsmedizinischen Institut, vom Gesundheitsamt, vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

„Und jeder schreibt etwas anderes. Ich habe das Gefühl, dass da zu wenige Menschen aus der Praxis mitarbeiten“, meint Sabine Karisch. Unterdessen hat der DOSB zehn Leitlinien für die Corona-Krise herausgegeben. Verschiedene Verbände haben sich daran angehängt. 8000 Euro kostet das Bad aktuell an Fixkosten inklusive Strom und Gas im Monat, ohne dass ein einziger Schwimmer zu Besuch kommt. Dennoch ist Sabine Karisch noch gelassen.

Die Menschen sind jedoch ungeduldig und unruhig. Sie möchten wieder Sport treiben. „Trotzdem muss man vorsichtig sein“, findet Sabine Karisch und ergänzt: „Ich habe Angst um unsere Gäste. Wir haben mindestens 70 Prozent Leute über 60 Jahren. Und natürlich Kranke, die am Rehasport teilnehmen.“ Und so steht noch nicht fest, wann und in welcher Form das Bad wieder öffnen wird.

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