Verkaufsverbot für Dekoartikeln

Geöffnet, geschlossen, halb geöffnet: „Die Kunden sind verunsichert“

Flatterband an den Dekoartikeln: Diese darf Danny Gelaudie, Betreiber von „Mein Garten“, nicht verkaufen.
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Flatterband an den Dekoartikeln: Diese darf Danny Gelaudie, Betreiber von „Mein Garten“, nicht verkaufen.

Geöffnet, geschlossen, halb geöffnet: Nicht immer ist man direkt im Bilde, was die Coronaschutzverordnung für Geschäfte vorschreibt. „Wenn alle Leute wüssten, dass wir geöffnet haben, dann würden sie sicher auch kommen“, sagt Danny Gelaudie, Betreiber des Gartencenters „Mein Garten“.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Flatterband hat er um all die Regale gespannt, auf denen Dekoartikel in allen Farben und Formen ausgestellt sind. Diese darf niemand zur Kasse tragen. Verkaufen darf Danny Gelaudie laut Paragraf 11 der Coronaschutzverordnung aber verderbliche Schnitt- und Topfblumen inklusive Zubehör. Also auch Übertöpfe. Eine Blume ohne Topf mache ja keine Freude. „Das ist auch den Kunden wichtig“, sagt der Niederländer. Die Weihnachtsbäume kommen so gut an, dass schon Nachschub „aus dem tiefsten Sauerland“ geholt werden musste.

Ordnungsamt zufrieden

Danny Gelaudie ist froh, dass sein Geschäft nicht komplett schließen musste, die Einschränkungen nimmt er deshalb gern hin. „Die Staatshilfe, wenn wir sie in der zweiten Runde bekommen hätten, würde nicht ausreichend sein.“ Das Ordnungsamt ist zufrieden mit der Umsetzung der Verordnung im Gartencenter. „Das hat er hervorragend gelöst“, sagt Sebastian Putz über die Flatterband- und Abdeckplanen-Lösung. Für den Geschäftsmann Gelaudie, der sehr euphorisch in Nachrodt gestartet ist und viel umgebaut hat, geht ein hartes Jahr zu Ende.

Noch keine Kurzarbeit

„Durchhalten“ ist die Devise. Fünf Mitarbeiter halten in „Mein Garten“ die Fahnen hoch, Kurzarbeit machen sie – anders als im Frühjahr – nicht. „Noch nicht“, sagt Danny Gelaudie. „Im Moment könnte es tatsächlich ein Mitarbeiter hier schaffen. Da reicht mal, das Licht anzumachen.“

Wohnung in Nachrodt

Einen Blick auf die großen Gartencenter in der Umgebung wirft er nicht. „Ich muss meinen eigenen Weg gehen“, sagt der Niederländer, der mittlerweile nicht immer ins Nachbarland pendelt, sondern eine Wohnung in Nachrodt hat. Zu oft hat er auf einer „Pritsche“ im Gartencenter übernachtet, weil es abends zu spät wurde.

Holländische Pommesbude

Viele Pläne hat er für die Zeit nach Corona. Eine holländische Pommesbude möchte er noch auf seinem Grundstück an der Altenaer Straße 35 eröffnen. Und außerdem sollen die Kunden im Sommer auf einer Lenneterrasse verweilen können. „Vielleicht stelle ich dann einen Kaffeeautomaten auf.“ Ein Blumencafé wird es aber nicht geben. „Wir müssen realistisch bleiben. Kleine und gemütliche Dinge sind besser. Außerdem möchte ich Qbus und anderen keine Konkurrenz machen.“ Dass im Moment die Kunden sehr zurückhaltend sind, erklärt Danny Gelaudie so: „Für uns ist die Situation neu, für die Leute auch. Ich verstehe, dass die Menschen Angst haben. Aber hier ist ausreichend Platz.“ 7000 Quadratmeter gibt es insgesamt.

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