Nach der Flutkatastrophe

Ganze Gebiete im MK ohne Internet und Telefon - seit 13 Wochen

Kabel der Telekom im Bereich Eickhoff/Hallenscheid in Nachrodt: Jetzt soll sich eine Firma die Schäden vor Ort anschauen.
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Kabel der Telekom im Bereich Eickhoff/Hallenscheid: Jetzt soll sich eine Firma die Schäden vor Ort anschauen.

Hallenscheid, Eickhoff, Kreinberg und Buchholz: Die Bewohner mehrerer Gebiete im MK sind seit 13 Wochen ohne Telefon und Internet. Die Flut hatte zig Leitungen beschädigt - und die Telekom kommt mit der Reparatur nicht nach.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es gibt Krisen, die dauern an. Und dauern. Nach dem Unwetter Mitte Juli haben die Bewohner vom Hallenscheid, Eickhoff, Kreinberg und Buchholz immer noch kein Telefon und Internet. Ansprechpartner sind für manche kaum zu finden, doch Roderich Knipps hofft, dass die Telekom „irgendwann aus ihrem Tiefschlaf erwacht“.

Vor allem Kabelabrisse, Wasserschäden in den Kabeln und der Netztechnik sind (noch) nicht behoben. Tatsächlich hängen Leitungen völlig frei. „Wir haben einen Magenta-Anschluss und bezahlen ihn auch weiter, aber es passiert nichts“, sagt Roderich Knipps. Zwar habe es einen Funk-Stick von der Telekom gegeben, um ins Internet zu kommen, „aber das funktioniert nicht besonders gut. Vor allem für meine Enkelkinder ist es schlimm, weil sie das Internet auch für die Schule benötigen“, sagt der sachkundige Bürger der CDU.

Telekom: Müsste alles wieder gehen - tut es aber nicht

Unterdessen glaubt Andreas Grennigloh nicht an eine baldige Lösung des Problems. „Aber wir haben ja alle ein Handy und die Festnetznummer wird umgeleitet“, erzählt der Bewohner vom Eickhoff. Überrascht war er nur von einem Anruf der Telekom, dass „jetzt alles wieder gehen müsste“. Was aber nicht der Fall war und auch nicht der Fall sein kann, weil die Schäden offensichtlich sind.

Eher entspannt bei diesem Thema ist Heiner Tacke. „Man hat uns gesagt, dass das in diesem Jahr nicht fertig wird. Es gebe andere Gegenden, die schlimmer betroffen seien und vorrangig gemacht werden müssten. Alle Monteure seien unterwegs“, erzählt Heiner Tacke. Bei ihm ruft die Telekom alle paar Tage an, „und fragt, ob wir mit dem Service zufrieden sind. Sie bemühen sich durchaus“, erzählt der Landwirt. Die Internet-Leistung mit dem Provisorium funktioniert auch bei ihm eher schlecht als recht.

Straßen abgebrochen: Höhenunterschiede von acht bis zehn Meter

Viel schlimmer als Telefon- und Internet-Probleme findet Heiner Tacke den Zustand des Hallenscheider Weges. Die Straße ist weiterhin gesperrt. „Die schlimmsten Löcher haben wir verfüllt“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Allerdings gebe es auch regelrechte Straßenabbrüche, „mit Höhendifferenzen von acht bis zehn Metern, wo die halbe Straße weggerissen ist, das müssen wir von unten auffüllen“.

Metertief bergab geht es stellenweise am Hallenscheider Weg. Teile sind völlig weggebrochen.

Bis diese Arbeiten geschafft sind und Asphalt aufgetragen werden kann, wird es noch dauern. Für den öffentlichen Verkehr kann der Hallenscheider Weg in diesem Jahr nicht freigegeben werden. „Aber wir wollen zumindest den Landwirten eine Durchfahrt ermöglichen, die im Moment einen riesigen Aufwand betreiben müssen, den wir ihnen ersparen möchten“, sagt Dirk Röding.

Telekom: „Sind mit Mann und Maus im Einsatz“

Die Gemeindeverwaltung versucht auch beim Thema Telefon und Internet zu helfen und steht mit Telekom-Vertretern in Kontakt. „Wir erinnern ständig, aber wir können der Telekom nicht die Pistole auf die Brust setzen, das beeindruckt sie wenig“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Zum Problem in Nachrodt-Wiblingwerde sagt ein Telekom-Sprecher auf Anfrage: „Schön ist das alles nicht, aber wir sind mit Mann und Maus im Einsatz.“ Die Telekom müsse aufgrund der vielen Hochwasserschäden priorisieren. Für Nachrodt-Wiblingwerde sei aber jetzt ein Auftrag an eine Firma vergeben worden, die sich zunächst ein Bild vor Ort machen müsse.

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