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„Viele Möglichkeiten“: Ganz Nachrodt soll jetzt Naturpark werden

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Von: Jona Wiechowski

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Bald könnte ganz Nachrodt-Wiblingwerde Teil des Naturparks Sauerland Rothaargebirge sein und damit auch werben. Bisher ist die Doppelgemeinde mit einem Flächenanteil von unter zehn Prozent dabei.
Bald könnte ganz Nachrodt-Wiblingwerde Teil des Naturparks Sauerland Rothaargebirge sein und damit auch werben. Bisher ist die Doppelgemeinde mit einem Flächenanteil von unter zehn Prozent dabei. © Naturpark Sauerland Rothaargebirge e.V.

Bisher ist nur ein kleiner Teil von Nachrodt-Wiblingwerde Teil des Naturparks Sauerland Rothaargebirge. Das soll sich ändern, wenn es nach dem Planungs-, Bau- und Umweltausschuss geht, der am Montagabend in der Sekundarschule tagte.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge besteht aus Flächen aller Kommunen des Märkischen Kreises. Sieben Kommunen sind bereits mit 100 Prozent ihrer Fläche Mitglied. Die restlichen Kommunen beteiligen sich mit einem Flächenanteil von unter 10 Prozent – so ist es Stand jetzt auch bei der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde, die mit einem Anteil von 9,3 Prozent dabei ist. Nun sei die Kreisdirektorin auch an die Doppelgemeinde herangetreten mit dem Vorschlag der Erweiterung des Naturparks.

Das hat folgenden Hintergrund: Da Aktivitäten des Naturparks Sauerland Rothaargebirge nur in seinem Satzungsgebiet möglich seien, gebe es Einschränkungen im Hinblick auf Veranstaltungen und Aktivitäten, heißt es in der Sitzungsvorlage. Bürgermeisterin Birgit Tupat machte das am Montag an einem konkreten Beispiel deutlich: Vor einiger Zeit habe sie auf einer Mitgliederversammlung von Naturparkkitas gehört, in denen Naturpark-Themen wie Natur und Landschaft, regionale Kultur und Handwerk, Land- und Forstwirtschaft regelmäßig im Alltag, auf Exkursionen oder an Projekttagen behandelt werden. Sie habe die Idee in die Einrichtungen getragen – und mehrere hätten auch Interesse geäußert, aber dieses letztlich nicht in die Tat umsetzen können, da sie geografisch nicht im Naturpark gelegen hätten.

Bürgermeisterin Tupat sprach in der Ausschusssitzung von „ganz vielen Möglichkeiten“, die sich der Gemeinde mit einer Erweiterung des Flächenanteils bieten würden. Etwa Ferienwohnungen, Restaurants und auch die Kommune selbst könnten „bei hohem Flächenanteil überzeugender damit werben, Teil des Naturparks zu sein und hinter der Idee zu stehen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Auch von der „Förderung für die Markierung der im Naturparkgebiet liegenden Wanderwege“ ist ebenso die Rede wie von „sonstigen Veranstaltungen“ des Naturparks wie etwa Naturparktagen.

Die Erweiterung ist unterm Strich eine Art Aushängeschild und habe laut Tupat keine Auswirkungen darauf, wenn etwa ein neues Wohngebiet erschlossen werden soll. Auch beispielsweise für Waldbesitzer ändere sich nichts.

Die Erweiterung kostet die Gemeinde Geld. Exakt 475 Euro mehr soll das Ganze pro Jahr kosten. „Der Jahresbeitrag erhöht sich von 475 Euro auf 950 Euro“, wird in der Sitzungsvorlage geschrieben.

Den Beschlussvorschlag für den Rat am kommenden Montag, die Erhöhung des gemeindlichen Flächenanteils auf 100 Prozent durch die Verwaltung zu beantragen, segneten die Ausschussmitglieder einstimmig ab.

„Der Antrag bedarf der Genehmigung durch die Mitgliederversammlung des Naturparks sowie der Zustimmung des Umweltministeriums“, ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen.

Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge

Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge (NPSR) ist mit rund 3800 Quadratkilometern Fläche einer der größten Naturparks in Deutschland und der größte in Nordrhein-Westfalen. Der Naturpark erstreckt sich in Teilen des Sauerlandes, des Siegerlandes und des Wittgensteiner Landes.„Er entstand als Zusammenschluss und Erweiterung der bisherigen Naturparke Ebbegebirge, Homert und Rothaargebirge“, heißt es auf der Homepage des Vereins „Naturpark Sauerland Rothaargebirge“, der den NPSR seit 2015 verwaltet. „Um einen gemeinsamen Handlungsrahmen für die nächsten zehn Jahre zu haben, wird im Naturparkplan eine gemeinsame strategische Zielvorstellung festgelegt und entsprechende Leitprojekte erarbeitet.“

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