Helfer-App: Idee aus dem MK für ganz Deutschland 

Ronny Sachse (links) und Thorsten Kühn freuen sich auf die Entwicklung der Helfer-App, die zwar in der kleinsten Gemeinde des Kreises entwickelt wird, sich aber so weit wie möglich verbreiten soll.
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Ronny Sachse (links) und Thorsten Kühn freuen sich auf die Entwicklung der Helfer-App, die zwar in der kleinsten Gemeinde des Kreises entwickelt wird, sich aber so weit wie möglich verbreiten soll.

Eine App aus der kleinsten Gemeinde des Kreises geht um die Welt: Warum nicht zu den Sternen greifen? Aber um die Kirche im Dorf zu lassen: Vielleicht könnte die Idee des Kulturschocks immerhin in ganz Deutschland greifen. Unterstützt und finanziell gefördert aus dem Leader-Programm wird jetzt eine Helfer-App entwickelt, die später einen etwas spektakuläreren Namen bekommen soll.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Förderbescheid kam im Dezember. „Ein Weihnachtsgeschenk“, sagt Ronny Sachse, Vorsitzender des Kulturschocks. Fördergelder in Höhe von 69 000 Euro fließen nach Nachrodt. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von 150 000 Euro, wobei der Eigenanteil des Kulturschocks in Eigenleistung erbracht wird.

Und so wird sehr deutlich, dass es sich nicht um eine einfache App handelt, sondern um eine, die vieles können soll. Drei Angebote hat der Kulturschock eingeholt, um Entwickler mit ins Boot zu holen. Den Zuschlag hat das Unternehmen „Fre.J.Man“ von Ingo Männer aus Neheim bekommen.

Helfende Hände auf Zeit

Die App soll für alle Vereine, Verbände und Organisationen sein, die helfende Hände suchen. „Die Menschen sind heute nicht mehr bereit, in Vereine einzutreten, obwohl das ehrenamtliche Engagement noch groß ist. Das kennen wir vom Kulturschock. Viele bieten gern Unterstützung an bei Lenne lebt oder bei Veranstaltungen in der Lennehalle, möchten aber nicht so gern Mitglied werden. Man fühlt sich zu gebunden. Wenn man Mitglied ist, hat man ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht zu den Terminen kommt. Und viele andere Vereine werden ein ähnliches Problem haben“, erzählt Ronny Sachse, wie es zu der Idee für eine App gekommen ist.

Denn bevor Vereine mangels Masse aufgeben müssen, können sie sich vielleicht punktuelle Unterstützung holen. „Man kann etwas erhalten, wenn man Menschen gewinnt, die die Arbeit mittragen.“

Vom Kulturschock aus soll nun eine App entwickelt werden, die „sich so weit wie möglich verbreitet“, sagt Ronny Sachse. Wer plant ein Sommerfest und benötigt Leute, die bei der Bewirtung helfen? Wer braucht Ordner bei einem Konzert oder Platzanweiser beim Flohmarkt? Welches Altenheim freut sich über Menschen, die ihren Bewohner vorlesen?

Vereine und Verbände stellen ihre Veranstaltung in die App und die Leute, die die App ‘runtergeladen haben, bekommen eine Push-Nachricht oder eine E-Mail und können sich melden, wenn sie helfen möchten. Das ist das Grundprinzip der Helfer-App. Dazu passt natürlich: ein Veranstaltungskalender.

Forum ist angedacht

Und: Auch ein Forum, in dem sich die Vereine untereinander austauschen und mit Material aushelfen können, ist angedacht. „Es wäre natürlich überdimensioniert, wenn es nur für Nachrodt-Wiblingwerde wäre“, hofft Ronny Sachse auf eine weite Verbreitung.

Dass eine Helfer-App möglicherweise auch missbraucht werden könnte, sich beispielsweise Querdenker darüber zu Demos verabreden, hat der Kulturschock durchaus bedacht. „Die Leute, die eine Veranstaltung einstellen wollen, müssen sich anmelden“, sagt Ronny Sachse.

Mindestens in den zwei Jahren, in denen die App über die Leader-Förderung läuft, wird sie für die Nutzer kostenlos sein. Wie lange die Entwicklung der Helfer-App dauern wird, kann man nicht exakt vorhersehen. „Wir sehen zu, dass es kein riesiges Ungetüm wird, dass alles kann, aber niemals fertig wird“, so Ingo Männer.

„Die Grundidee der App ist eigentlich nichts Neues, das kennt jeder aus dem Supermarkt. Ich suche, ich biete. Jetzt geht es darum, die Vorteile der digitalen Welt zu kombinieren mit dem, was man aus der realen Welt kennt“, sagt Ingo Männer.

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