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Für 1,5 Millionen Euro: Sportplatz Wiblingwerde wird komplett erneuert

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Ade Asche: Die Laufbahn wird eine Tartanbahn.
Ade Asche: Die Laufbahn wird eine Tartanbahn. © Fischer-Bolz, Susanne

Er ist idyllisch gelegen und auf den ersten Blick auch schön anzusehen, wenn man von dem vertrockneten Rasen absieht. Doch der Sportplatz Wiblingwerde hat das Zeitliche gesegnet. Er muss und er wird komplett erneuert – für sage und schreibe 1,5 Millionen Euro.

Das Unwetter hatte den Sportplatz im vergangenen Jahr „zerlegt“. Bei Baugrunduntersuchungen kam heraus, dass es Schäden auf der kompletten Fläche gibt. Die ehemals vorhandene Entwässerungsschicht ist beschädigt und ein Abfluss von Niederschlagswasser nicht mehr möglich. Und weil das Wasser nicht mehr abläuft, hat es auch Bewegung in der Böschung zur K 24 gegeben, die Zaunanlage ist dadurch nicht mehr standsicher. Der Sportplatz steht deshalb im Wiederaufbauplan. Bund und Land kommen für die Beseitigung der Flutschäden auf – dabei wirken die 1,5 Millionen für den Sportplatz fast wie „eine Kleinigkeit“, wenn man das Unwetter-Gesamtpaket in Nachrodt-Wiblingwerde von insgesamt 25 Millionen Euro betrachtet.

Die Frage, die im Zuge der Sanierung des Sportplatzes jetzt den TV Wiblingwerde beschäftigt: Könnte man am Randes des Platzes einen Bike-Park und einen kleinen Bolzplatz integrieren? Gespräche mit der Gemeindeverwaltung hat es längst gegeben und die Idee, etwas Neues für die Jugendlichen in Wiblingwerde aufzubauen, ist auch nicht neu. Denn während Kinder zum Sportverein nur so strömen und die Gruppen voll sind, sind Jugendliche eher lieber mit ihren Fahrrädern im Dorf unterwegs. Ein Angebot auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten, liegt dem Turnverein am Herzen. Daneben wurde auch immer mal wieder von Arnd Winkhaus eine Halfpipe für Skatboard-Fahrer ins Gespräch gebracht, ein Wunsch, den CDU-Ratsfrau Iris Krutz jetzt im Rat erneuerte. „Es fehlt uns einfach an Fläche“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat und ergänzt: „Vielleicht könnte man ein Leader-Projekt daraus machen, aber ich weiß nicht wo.“

Es muss eine 1:1-Wiederherstellung geben

Tatsächlich kommt der Sportplatz nämlich nicht in Frage. Zum einen fehlt der Platz, zum anderen müssen die 1,2 Millionen für eine 1:1-Wiederherstellung des Sportplatzes ausgegeben werden. Da kann man nicht irgendwo irgendwas abteilen.

Der Sportplatz in Wiblingwerde wird saniert – die Hoffnung aber für eine Umgestaltung darf begraben werden.
Der Sportplatz in Wiblingwerde wird saniert – die Hoffnung aber für eine Umgestaltung darf begraben werden. © Fischer-Bolz, Susanne

Die Sportplatz ist eine Leichtathletiksportanlage mit einer Kampfbahn Typ C, benötigt für die Leichtathletik und den Schulsport. „Der Wiederaufbauplan macht es möglich, dass zerstörte Anlagen ersetzt werden können. Einen Bike-Park bekommen wir da nicht mit rein“, sagt Marc Trappe vom Bauamt der Gemeinde bedauernd. „Die Fläche, die uns zur Verfügung steht, benötigen wir tatsächlich für die Kampfbahn Typ C“, so Marc Trappe. Das Rasenfeld muss man aber bei einer Kampfbahn Typ C nicht zwingend als Fußballplatz herrichten. Und so hatte er die Idee, dass man eben diesen Teil auch anders nutzen könne.

Ein Mini-Soccer-Feld soll entstehen

„Aber das ist nicht möglich, weil auch das Speerwerfen berücksichtigt werden muss und man davon ausgehen soll, dass ein Speerwerfer die komplette Fläche überwerfen kann. Von daher muss auch die komplette Fläche zur Verfügung gestellt werden. Was wir aber hinkriegen werden, ist ein Mini-Soccer-Feld“, verspricht Marc Trappe. Mit an Bord für das Vorhaben in Wiblingwerde ist auch ein Sportplatzplaner, denn der gesamte Sportplatz wird abgerissen und neu gebaut. Die Läufer werden sich übrigens freuen: Zukünftig gibt es keine Aschebahn mehr, sondern Kunststoff, was meist als Tartanbahn bezeichnet wird. Alle Anlagen werden neu gebaut und auch das komplette Material der Bodenschicht wird ausgetauscht und durchgesiebt. „Wir sind jetzt in der Projektplanung und werden nun in Kürze ein Planungsbüro ausschreiben“, sagt Marc Trappe.

Dieses Jahr passiert aber erst mal nichts mehr. Bis zum Start der Baumaßnahme soll der Sportplatz nicht gesperrt werden. Marc Trappe: „Wir dulden, dass Leute auf dem Platz sind. Das Problem ist einfach, dass dort viele Löcher sind. Niemand soll sich ja verletzten.“ Gestartet wird mit Tiefbauarbeiten. Alles Material, was nicht mehr eingebaut werden kann, wird entsorgt. Wiederverwertet wird zudem alles, was möglich ist.

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