Nur das Direktmandat zählt: Diese fünf Einzelkandidaten treten bei der Kommunalwahl an

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Mit an den Tisch des Rates wollen fünf Einzelkämpfer.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Beliebtheit sollte nie ein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat“, soll der Regisseur Orson Welles einmal gesagt haben. Um Beliebtheit und Bekanntheit dürfte es allerdings durchaus bei der anstehenden Kommunalwahl geben. Die fünf Einzelkandidaten setzen darauf, dass es am 13. September nicht um große Politik und Parteien geht, sondern einzig allein darum, wer die Interessen der Bürger, wer das Wohl der Gemeinde im Blick hat.

Die Einzelkandidaten haben keine Fraktion im Rücken und somit auch keine Reserveliste, die sie auffangen könnte, wenn es mit den Direktmandaten nicht klappt. Ein Überblick über die Einzelbewerber.

Matthias Lohmann

Matthias Lohmann ist ein Einzelkämpfer, aber kein Einzelgänger. Er kann mit Sachverstand überzeugen – auch ohne Fraktion, wie er seit mehr als zwei Jahren im Rat der Gemeinde beweist. Seine Meinung ist gefragt, ganz besonders in Schul- und Baufragen. Und doch überrascht es ein bisschen, dass Matthias Lohmann nun alles auf eine Karte setzt und bei der Kommunalwahl am 13. September als Einzelkandidat antritt. Denn das bedeutet: Sekt oder Selters. Bekommt er die meisten Stimmen im Wahlbezirk 11, ist er im Rat. Es gibt keine Hängematte namens Reserveliste. Und es wird kein Spaziergang. Denn Matthias Lohmann kandidiert gegen Gerd Schröder (SPD), Dirk Grote (UWG) und Ulrich Gülicher (CDU). „Gerd Schröder hat in Veserde einen Bekanntheitsgrad von 101 Prozent“, sagt Matthias Lohmann schmunzelnd, und fügt an: „Ich wünsche mir, dass er eine Stimme weniger als ich bekommt. Damit ich drin bin und er aber auch ausreichend Stimmen für sich holt und natürlich auch sein Kreistagsmandat durchkommt. Da werden Leute gebraucht, die sich mit Kommunalfinanzen auskennen. Da ist er große Klasse“, sagt Matthias Lohmann. Hauen und Stechen gegen seine Mitbewerber ist nicht seine Art. „Wenn ich nicht gewinnen sollte, dann ist das eben so. Dann bin ich raus“, sagt der Schulleiter des Berufskollegs für Technik des Märkischen Kreises. Beruflich hat Matthias Lohmann eine ungewöhnliche Laufbahn hingelegt. Der heute 57-Jährige ist gelernter Kfz-Mechaniker, hat als Bauwerksabdichter gearbeitet und besitzt eine Zulassung für Brückensanierungsarbeiten in speziellen Bereichen. „Deswegen auch mein Engagement für die Lennebrücke“, sagt Matthias Lohmann, der auch Bauingenieur für konstruktiven Ingenieurbau ist und ein erstes und zweites Staatsexamen (Bautechnik und Tiefbau) hat. Sein Fachwissen gilt in allen Fraktionen als unumstritten. Seit elf Jahren ist Matthias Lohmann im Rat. Weitere Jahre würden ihm gefallen. Freude macht ihm an der Kommunalpolitik, „das Gefühl zu haben, mitzugestalten, und dass ich mit meiner Meinung wahrgenommen werde.“ 

Rita Joergens

Rita Joergens tritt im Wahlbezirk 7 als Einzelkandidatin an. Sie hofft auf die meisten Stimmen im Wahllokal St. Michaelskapelle und tritt gegen Petra Wachtmeister (SPD), Tanja Edelhoff (CDU) und Sonja Hammerschmidt (UWG) an. Zwei Mal konnte Rita Joergens bereits ein Direktmandat gewinnen – damals noch als Sozialdemokratin. Doch wohlgefühlt hat sie sich bei der SPD schon länger nicht mehr und trat deshalb vor Kurzem aus Fraktion und Partei aus. „Ich möchte gern weiterhin bei der Lösung lokaler Probleme helfen“, sagt die Nachrodterin, die als Übungsleiterin für Gesundheitssport seit mehr als 25 Jahren Bürgern hilft, in Bewegung zu bleiben. Ihre Hockergymnastik-Truppe ist in Nachrodt ebenso bekannt wie die Gruppe, die im Generationentreff Knerling trainiert. Rita Joergens ist eine Kommunalpolitikerin, die gern das persönliche Gespräch mit den Bürgern sucht, die auch aufgrund ihrer langjährigen Betriebsratsarbeit das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ immer wieder in den Mittelpunkt rückt. „Ich habe auf einen sicheren Listenplatz bei der SPD verzichtet und lasse mich jetzt vom Wahlergebnis überraschen“, sagt die gelernte Industriekauffrau. 

Daniel Heyermann

Daniel Heyermann war ebenfalls in der SPD und hat sich aufgrund der Querelen verabschiedet. Er wollte sich nicht auf eine Seite stellen – und versucht es jetzt als Einzelkämpfer im Wahlbezirk 1. Gewählt wird im Nebenraum der Moschee, wo neben Daniel Heyermann auch Ronny Sachse (SPD), Maren Püschel (CDU) und Anett Trautmann (UWG) antreten. „Ich bin relativ neu hier, lebe seit zwei Jahren in der Gemeinde. Ich hoffe einfach, dass ich eine Chance habe. Bisher habe ich eine gute Resonanz“, sagt der 33-jährige IT-Berater. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Wichtig ist ihm der Erhalt und Ausbau der Sportstätten, Schulen, Kindergärten und Vereinen. Daniel Heyermann wünscht sich ein soziales Nachrodt-Wiblingwerde und bezeichnet sich selbst als offenherzigen und kontaktfreudigen Menschen. Als großer Tierliebhaber steht für ihn der Schutz von Natur und Umwelt im Vordergrund.

Die AK-Redaktion hat allen Einzelkandidaten die Möglichkeit gegeben, sich vorzustellen. Das wollten Melisa Atasever und Aykut Aggül nicht. Die Kurzvorstellung der Redaktion: 

Melisa Atasever kandidiert im Wahlbezirk 2. Im katholichen Gemeindehaus tritt die Einzelbewerberin, die ein politisch-unbeschriebenes Blatt ist, gegen Bernd Greif (SPD), Klaus Dieter Jacobsen (CDU) und Christian Homann (UWG) an. Melisa Atasever ist Schülerin.

Aykut Aggül rührt die Werbetrommel für sich in den sozialen Medien. Der Student tritt im Wahlbezirk 3 gegen Norbert Grebe (SPD), Andrea Kruse (CDU) und Christoph Schulte (UWG) an.

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