Entscheidung in NRW

Frühere Weihnachtsferien: Eltern skeptisch

Familie  Sommer mit (v.l.) Carolin, Lennard, Marlene, Julien Sommer aus Wiblingwerde
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Familie Sommer mit (v.l.) Carolin, Lennard, Marlene, Julien Sommer aus Wiblingwerde.

Schüler finden es okay, viele Eltern in Nachrodt-Wibllngwerde sind skeptisch. Denn die früheren Weihnachtsferien stellen sie vor ein Problem.

Nachrodt-Wiblingwerde – Begeisterung gibt es bei den Nachrodt-Wiblingwerdern für die vorgezogenen Weihnachtsferien eher nicht. Schüler zeigen für die Regelung Verständnis, viele Eltern sind eher skeptisch. Die Idee: Die Ferien beginnen zwei Tage eher, Kinder und Eltern können sich isolieren und die Gefahr senken, die Liebsten beim Fest mit dem Coronavirus anzustecken.

Doch so ganz scheint der Plan nicht aufzugehen. „Ich gehe dann zwar nicht zur Schule, aber arbeiten“, erzählt Laura Grote. Die Wiblingwerder Oberstufenschülerin findet die Regel trotzdem nachvollziehbar: „Bis einen Tag vor Weihnachten in die Schule zu gehen fände ich tatsächlich nicht so gut.“

Schülerin: „Infektionszahlen müssen runter“

Die 16-Jährige und ihre Familie haben die Kontakte bereits beschränkt und auf das Nötigste reduziert. „Ich denke nicht, dass wir uns in freiwillige Quarantäne begeben werden. Wir feiern Weihnachten eh nur mit der engsten Familie.“

Die Schülerinnen Joline Handrup (16 Jahre, l.) und Laura Grote (16 Jahre) aus Wiblingwerde.

Joline Handrup begrüßt die Regelung: „Ich finde es gut, denn die Infektionszahlen müssen einfach wieder runter.“ Die 15-Jährige findet aber vor allem gut, dass dafür die freien Tage an Rosenmontag und Veilchendienstag wegfallen: „Mir ist es relativ lieb, weil deswegen weniger Menschen raus gehen und sich treffen, um zu feiern.“

Mutter muss arbeiten, Kinder allein zuhause?

Auch sie und ihre Familie beschränken die sozialen Kontakte auf ein Minimum. „Ob wir die vorgezogenen Weihnachtsferien für eine freiwillige Quarantäne nutzen, haben wir aber noch nicht besprochen.“ Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Svenja Lüno findet die Regelung eher schwierig. Die dreifache Mutter ist berufstätig: „Ich halte davon gar nichts, weil wir alle noch arbeiten müssen und die Kids dann alleine zu Hause sind.“ Da bereits jetzt klar ist, dass Weihnachten bei ihnen im kleinsten Familienkreis stattfindet, brauche sie keine vorgezogenen Ferien, geschweige denn eine freiwillige Quarantäne.

„Quarantäne über Feiertage wäre furchtbar“

Carolin Sommer ist noch zwiegespalten: „Mir ist nicht ganz klar, was für ein Durchbruch von zwei Tagen erwartet wird. Aber es sind zwei Tage weniger, in denen kurz vor Weihnachten eine Quarantäne wegen eines Falls in der Schule ausgesprochen werden kann.“

Die Wiblingwerderin hatte vorher selbst schon überlegt, ihren Sohn Lennard ein paar Tage früher aus der Einrichtung zu lassen. Mit Carolin, die die Grundschule besucht, gehe das natürlich nicht. „Quarantäne über Weihnachten und Silvester wäre furchtbar.“

Zwei Tage mehr reichen nicht

Sandra Heisler sieht es ähnlich. Auch sie könne nicht nachvollziehen, was in zwei Tagen erreicht werden soll. „Wenn es dazu dienen soll, dass eine freiwillige Quarantäne vor Heiligabend möglich gemacht wird, reicht dieser Zeitraum ja nicht, um Sicherheit zu haben, dass man zum Fest clean ist.“

Persönlich stelle sie das nicht vor große Herausforderung, da ihr Sohn inzwischen alt genug sei, um auch mal alleine zuhause zu bleiben. „Sehr bedenklich finde ich, dass man in der Politik weiterhin auf stur schaltet, was das Einräumen von Sonderregelungen für Schulen angeht.“ Über andere Wege würden sich auch manche Schuleliter in Altena freuen.

Zeit mit Kindern nutzen

Serap Groh arbeitet in einem systemrelevanten Job und hat ebenfalls Bedenken: „Wir wissen noch nicht, wie wir die Betreuung von unseren vier-, sechs- und neunjährigen Kindern gewährleisten sollen. Die Katastrophe in den Einrichtungen ist damit vorprogrammiert.“

Für Johanna Renfordt ist die Regelung in Ordnung: „So haben die Kinder Zeit, es sich in Ruhe in der hektischen Weihnachtszeit noch gemütlich zu machen.“ Sie plant einen Adventskalender mit gemeinsamen Aktionen für die Kinder, beispielsweise mit Spiel und Bastelangeboten. „Sowas lege ich dann auf die freien Tage. Wir machen es uns einfach zusammen schön und hoffen, dass wir dann das Fest mit der Familie verbringen können.“

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