Früh übt sich - die Feuerwehr von morgen

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NACHRODT-WIBLINGWERDE - Was macht die freiwillige Feuerwehr eigentlich so attraktiv, dass die Institution eine 17-köpfige Jugendgruppe stellen kann? Die jungen Mitglieder sind zwischen 12 und 17 Jahren alt und haben sich bereits jetzt der Arbeit der Blauröcke verschrieben.

„Wir sind mit 17 Jugendlichen schon ein recht großes Team“, sagt Gemeindejugendfeuerwehrwart Oliver Böhland. Aber man freue sich natürlich, wenn noch mehr Jugendliche Interesse an der Arbeit der Feuerwehr zeigten, meint der Brandmeister. Der Nachwuchs wird von Anfang an gefördert, aber auch gefordert. Die Tätigkeit der Jugendfeuerwehr gleicht den Arbeiten der aktiven Feuerwehrleute. Im Ernstfall werden die Jugendlichen aber selbstverständlich noch nicht eingesetzt. Während ihrer Dienststunden wird allerdings ein solcher Fall durchaus schon geprobt.

So wird beispielsweise der Erstangriff auf ein Feuer geübt. Während der Angriffstrupp die ersten Löschmaßnahmen vornimmt, stellt ein zweiter Trupp die Wasserversorgung her. Dies bedeutet, dass die Jugendlichen lernen, einen Löschschlauch an einen Hydranten anzuschließen, dort Wasser zu entnehmen und dies dann einer Pumpe zuzuführen. Sie sind darüber hinaus in der Lage, einen Verteiler anzubringen. Dieser wird dazu genutzt, um das einer Wasserquelle entnommene Wasser auf mehrere Schläuche zu verteilen. An diesem Verteiler wird auch der Druck, der auf jedem Schlauch unterschiedlich sein kann, geregelt.

Doch in der Jugendfeuerwehr wird nicht nur Dienst geschoben. Zu rund 50 Prozent wird – wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben – Freie Jugendarbeit angeboten. Dazu gehören beispielsweise Zeltlager oder auch Spieleabende. „Mehrfach im Jahr fahren wir mit den Jugendlichen auch mal nach Letmathe zum Eis essen“, berichtet Böhland, wie es zugeht beim Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr. Derzeit ist geplant, nach den großen Ferien ein Zeltlager in Brenscheid durchzuführen. „Das wird wahrscheinlich auch klappen“, ist Böhland sehr zuversichtlich.

Die Jugendlichen tragen im Übrigen auch eigene Uniformen. Sie entsprechen der DIN-Norm und sind als Schutzbekleidung vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Innerhalb der feuerwehrtechnischen Ausbildung muss diese Uniform daher zwangsläufig getragen werden. Die Übungen, die die Jugendfeuerwehr durchführt, haben allerdings auch einen durchaus praktischen Zweck. Nach Überstellung in die aktive Wehr muss ein Lehrgang absolviert werden, um zum Feuerwehrmann beziehungsweise zur Feuerwehrfrau ernannt zu werden. „Alle, die länger bei der Jugendfeuerwehr tätig waren“, sagt Böhland, „haben damit kein Problem. Denn durch ihre bisherige Ausbildung erfahren sie dort kaum noch etwas Neues“.

Die Jugendfeuerwehr der Doppelgemeinde trifft sich alle zwei Wochen, einmal in Nachrodt, das andere Mal in Wiblingwerde. Sie werden mit dem gruppeneigenen Mannschaftswagen von zu Hause abgeholt und auch wieder zurückgebracht. Die Verköstigung vor Ort übernimmt natürlich auch die Feuerwehr. Intensivieren möchten Böhland und sein Stellvertreter Sebastian Putz die Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr der Stadt Altena. „Zwei gemeinsame Übungen im Jahr wären toll“, sagt Böhland. Und außerdem könnten die Jugendlichen aus den beiden Nachbarkommunen sich dann auch einmal untereinander austauschen. - Hartwig Bröer

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