„Fröhlich verwirrt“

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Annegret Heß-Müller.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Einen Vortrag unter der Überschrift „Fröhlich verwirrt“ hielt Annegret Heßmüller am Freitagabend beim CVJM Familienkreis im evangelischen Gemeindehaus.

Das Thema des Abends war die Diagnose Demenz. Hierzu konnte die Leiterin des Perthes-Heims aus ihrem Berufsalltag und persönlichen Erfahrungen wertvolle Tipps zum Umgang mit Demenzkranken geben.

Dabei konnte Heß-Müller auch viele Vorurteile ausräumen. Ihren Vortrag hatte die Pflegeheimleiterin aufgeteilt. Zuerst beschäftigte sich Heß-Müller mit den sachlichen Fakten der Krankheit. Danach folgte durch eine kleine Übung eine Entführung der Gäste in die Lebenswelt eines Erkrankten. Zum Abschluss erklärte Einrichtungsleitern Techniken zum richtigen Umgang mit Demenzpatienten.

Vor allem eine wertschätzende Grundhaltung sei wichtig für den Umgang mit Demenzkranken, betonte die Perthesheimleiterin. Das heißt, dass man die Menschen nicht ermahnen oder verkindlichen soll. „Nehmen sie die Person ernst, so wie sie ist“, sagte Heßmüller. Auch die Frage der Betreuung in den eigenen vier Wänden behandelte die Referentin. Hier betonte die Heimleiterin, dass dabei Grenzen gesetzt seien. Eine 24-Stunden-Betreuung sei für viele Angehörige einfach nicht möglich.

Durch die Erinnerung an Erlebnisse aus der eigenen Kindheit entführte Heß-Müller die Anwesenden dann in die Welt eines Demenzkranken. Zuvor hatte die Referentin den Besuchern des Familienkreises auch einige Ängste genommen. „Nicht jede Vergesslichkeit ist Demenz“, betonte sie. Vielfach werden auch depressive Menschen, Schwerhörige oder an Parkinson erkrankte für dement gehalten, widerlegte Heßmüller einige Vorurteile: „Dabei beruht der Irrglauben auf der Teilnahmslosigkeit dieser Menschen“. ▪ ds

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