Unbefestigter Randstreifen

Frisch sanierte Landstraße im MK: Autos bleiben stecken

Provisorische Warnung: Ein Schild warnt die Fahrer an der L 692 davor, nicht auf den Seitenstreifen zu fahren.
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Provisorische Warnung: Ein Schild warnt die Fahrer davor, nicht auf den Seitenstreifen zu fahren.

Schön zu fahren ist die frisch sanierte Landstraße. Doch sie birgt eine Gefahr: Einige Autos steckten schon fest.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die sanierte L 692 lässt das Herz der Autofahrer höher schlagen. Vorbei die Zeiten von Buckelpiste und scharfen Asphaltkanten. Bei schönem Wetter ist die Landstraße ein Traum – aber eben nur bei schönem Wetter.

Dichter Nebel ist im Höhengebiet im Winter an der Tagesordnung. Teilweise mit Sichtweiten unter 50 Metern. Kommen dann noch Schnee oder Regen hinzu ist Schritttempo angesagt. Und selbst im Schritttempo verzweifeln gerade ortsfremde Autofahrer.

Reifen stecken im Matsch - und Autos fest

Denn wo geht eigentlich die neue Straße genau lang? Der schwarze neue Asphalt scheint eins zu werden mit der dunklen Erde des Fahrbahnrandes. Die Markierungen fehlen noch. Immer wieder kommen Autofahrer von der Fahrbahn ab und stecken prompt mit einem Reifen tief im Matsch. Wie tief man dort einsinkt, unterschätzen viele.

Eine Autofahrerin wollte nur kurz am Rand halten und etwas aus dem Kofferraum holen. Die Folge: Sie kam alleine nicht mehr weg. Die rechten Reifen hingen tief im Matsch. Da die Fahrbahn bei der Sanierung nicht abgetragen und erneuert wurde, sondern drei neue Fahrbahndecken aufgetragen wurden, liegt die neue Fahrbahn 30 bis 40 Zentimeter höher als zuvor.

Fußgänger versinken knietief im Schlamm

Das führte zu teils hohen Ufern. Diese wurden in wochenlanger Arbeit schräg angeschüttet – unter anderem, damit Landwirte auf ihre Flächen fahren können und damit diese auch nicht für die Bewirtschaftung verloren sind. Das Ergebnis ist jedoch schwierig. Selbst Fußgänger versinken an einigen Stellen knietief im Matsch.

Tiefe Spuren im Matsch haben Fahrzeuge neben der L 692 hinterlassen. Einige steckten fest.

„Wenn der Boden einmal durchgetrocknet ist, ist der hart und man sinkt nicht mehr ein. Jetzt ist alles durchweicht“, erklärte Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW. Im Sommer sei das also kein Thema mehr. Außerdem dürfe man an diesen Stellen eigentlich gar nicht parken. Dennoch werde man in den kommenden Tagen Schilder aufstellen, die auf die Gefahr hinweisen. Ein provisorisches Schild wurde am Donnerstag errichtet.

Idee: Leitpfosten für bessere Sichtbarkeit

Darauf hatte auch Bürgermeisterin Birgit Tupat gedrängt, die Anfang dieser Woche das Gespräch mit Straßen.NRW suchte und noch einmal explizit auf die Gefahr hinwies. „Die Schilder sind bestellt. Sobald sie geliefert sind, werden sie auch aufgestellt“, betont Berg.

Zur besseren Sichtbarkeit des Fahrbahnverlaufs wurden bereits Leitpfosten aufgestellt. „Diese stehen im Regel-Abstand von 50 Metern“, erklärt Andreas Berg. Auf die Frage, ob es nicht Sinn machen würde, diese an einigen Stellen noch zu verdichten, um den Fahrern so mehr Sicherheit zu geben, sagt er: „Das ist nicht so einfach, die Landwirte und Grundstückseigentümer haben damit ein Problem. Da sie die Flächen bis an den Rand bewirtschaften möchten und die Pfosten dann stören.“

Landwirte widersprechen: Leitpfosten kein Problem

Eine Aussage, die die Landwirte Carsten Gessler und Dominick Hannuschke, die Flächen an der neuen Strecke bewirtschaften, so auf keinen Fall stehen lassen möchten. Sie sei schlicht nicht richtig. „Wir hatten einen Ortstermin kurz vor der Fertigstellung der Straße. Da wurde schon davon gesprochen, dass es vermutlich nicht möglich sein würde, Fahrbahnmarkierungen vor dem Winter aufzubringen und dann mehr Leitpfosten gesetzt werden müssen. Da hat niemand widersprochen. Das würde auch niemand tun, wenn es um die Sicherheit geht“, sagt Dominik Hannuschke.

Zudem sei es ein viel größerer Schaden, wenn die Flächen weiter kaputt gefahren würden. Auch Carsten Gessler betont, keinerlei Einwände geäußert zu haben: „Das stimmt so einfach nicht.“ Auch er war beim Termin dabei. Damals seien die Leitpfosten nur Randthema gewesen, das zu keinerlei Diskussionen geführt habe.

Die weißen Fahrbahnmarkierungen können vermutlich erst im Frühjahr aufgetragen werden. „Dafür brauchen wir trockene Straßen und mindestens fünf bis zehn Grad. Zudem müssen die Straßen salzfrei sein“, erklärt Berg.

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