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Trauerhalle wird abgerissen

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Trauerhalle ist nicht mehr zu retten
Die Trauerhalle ist nicht mehr zu retten © Privat

Das Bauwerk ist wohl nicht mehr zu retten: Die Trauerhalle auf dem evangelischen Friedhof in Nachrodt wird noch in diesem Jahr abgerissen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Vorbereitungen dazu werden in den nächsten Tagen beginnen. „Der Entschluss zum Abriss ist dem Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld nicht leicht gefallen – schließlich ist die Trauerhalle vor rund 40 Jahren mit großem ehrenamtlichen Einsatz erbaut worden“, sagt Carsten Menzel für die evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld. Doch eine bloße Renovierung des inzwischen maroden Gebäudes helfe nicht weiter. Die Kosten für eine notwendige, sehr aufwendige Bausanierung seien zu hoch. „Sogar viel zu hoch – weil die Schäden massiv sind“, so Carsten Menzel.

Unabhängiger Gutachter

Ein unabhängiger Gutachter hat das Gebäude untersucht. Bei dieser Untersuchung ist an Wänden und den Fußbodenaufbauten ein Befall mit Schimmelpilz festgestellt worden; die beim Bau verwendeten Holzkonstruktionen sind vom Moderfäulepilz befallen, was letztlich an etlichen Stellen zu einer Zersetzung des Hölzer geführt hat. Eine grundlegende Sanierung dieser Schäden würde einen vollständigen Rückbau der Wand-, Decken- und Fußbodenverkleidungen und eine Freilegung des Mauerwerks notwendig machen. Und damit weitere erhebliche Probleme aufdecken. Carsten Menzel: „So sind beim Bau Asbestfaserstoffe und Mineralfasern verwendet worden. Sie gelten nach heutigem Wissensstand mindestens als gesundheitsschädlich und stehen sogar im Verdacht, krebserregend zu sein und dürfen heute nicht mehr verwendet werden.“

Sondermüll und Gefahrengut

Der Gutachter ist zu dem Schluss gekommen, dass die verbauten Materialien nach heutigem Stand „als Sondermüll und Gefahrgut“ eingestuft werden müssen. Die Folge all dessen: Eine Sanierung ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar – und damit letztlich für die Gemeindeleitung auch nicht mehr verantwortbar. Schon seit einiger Zeit finden die Trauerfeiern in der Nachrodter Kirche statt. Die räumliche Distanz hat sich nach Ansicht der Kirchengemeinde bislang nicht als nachteilig erwiesen; „auch, weil die weitaus meiste Zahl der Bestattungen heute als Urnenbeisetzungen stattfindet und nicht mehr als Sargbestattung.“ Die Abrissarbeiten wurden an ein heimisches Unternehmen vergeben.

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