CDU freut sich über Zuwächse im oberen Gemeindebezirk

Stimmenauszählung im Wahlbezirk 2 (Amtshaus). 186 Erst- und 187 Zweitstimmen mussten hier ausgezählt werden. Foto: Griese

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Wähler in Nachrodt-Wiblingwerde haben bei der Bundestagswahl mehrheitlich für die CDU gestimmt, aber gleichzeitig die SPD-Kandidatin Dagmar Freitag unterstützt. Die FDP stürzte – wie im Bund – auch in der Doppelgemeinde böse ab.

Die Auszählung der Stimmen dauerte in den 13 Stimmbezirken genau 80 Minuten. Bereits 34 Minuten nach Schließung der Wahllokale legte der Wahlvorstand des Wahlbezirks 4 (Grundschule Nachrodt) das erste Ergebnis vor, den Schlusspunkt setzte das Wahllokal 7 (St. Michael-Kapelle) um 19.20 Uhr. Viel Zählarbeit hatten auch die Wahlhelfer in den Briefwahlbezirken zu verrichten. Fast 1200 Wähler hatten ihre Stimme per Brief abgegeben.

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Im Büro von Bürgermeisterin Birgit Tupat verfolgten Ratsmitglieder, aber auch andere politisch Interessierte den Ausgang der Wahl auf Gemeinde-, Wahlkreis- und Bundesebene. Die Beobachter erlebten einen wahren Krimi, was das Abschneiden der Kandidatinnen von CDU (Christel Voßbeck-Kayser“) und SPD (Dagmar Freitag) anging. Innerhalb der Gemeinde konnte die Sozialdemokratin aus Iserlohn sich gegen ihre Altenaer Konkurrentin mit einem Vorsprung von etwas mehr als drei Prozent durchsetzen. Nur in drei Wahlbezirken hatte Christel Voßbeck-Kayser mehr Stimmen erhalten als Dagmar Freitag. Doch der Zweikampf auf Gemeindeebene war ein Langweiler im Vergleich zu dem Thriller, der sich auf Wahlkreisebene abspielte. Erst um 21.35 Uhr war nach Auszählung aller 297 Stimmbezirke klar, dass die SPD-Frau die Wahl mit hauchdünnem Vorsprung von 0,04 Prozent gewonnen hatte.

Die kommunalen Spitzen von CDU und SPD bewerteten den Wahlausgang erwartungsgemäß unterschiedlich. Ulrich Gülicher, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, freute sich darüber, dass die CDU die bei der vorherigen Bundestagswahl erlittenen Stimmverluste im oberen Gemeindebezirk habe wieder ausgleichen können. In Wiblingwerde legte die Union bei den Erststimmen zwischen 2,1 Prozent (Wahlbezirk 10) und 4,7 Prozent (Wahlbezirk 9), bei den Zweitstimmen sogar 7,6 Prozent (Wahlbezirk 9) beziehungsweise 8,3 Prozent (Wahlbezirk 10) zu. In Veserde gewann sie bei den Erststimmen 10,2 Prozent, bei den Zweitstimmen sogar 17,8 Prozent hinzu.

Im Hinblick auf das Bundesergebnis bedauerte Gülicher, dass die Liberalen die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft hat. „Es wäre besser gewesen, der FDP mit Leihstimmen zum Wiedereinzug zu verhelfen“, meinte er rückblickend.

Susanne Jakoby, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, bedauerte, dass Dagmar Freitag diesmal nicht einen so großen Vorsprung vor Christel Voßbeck-Kayser habe wie noch 2009. Auf Gemeindeebene trennen die beiden Kandidatinnen diesmal gerade einmal drei Prozent, vor vier Jahren waren es 6,5 Prozent gewesen. Dass es für Freitag letztlich trotzdem für weitere vier Jahre in Berlin gereicht hatte, ließ Jakoby aufatmen: „Ich bin froh, dass es geklappt hat. Das war zwar knapp, aber egal!“ Jakoby begrüßte zudem, dass die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag verpasste. - Volker Griese

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