Löscheinsatz bei 540 Grad Hitze

Im Brandhaus in Lemgo übten Feuerwehrmänner aus Nachrodt-Wiblingwerde am Samstag unter realen Bedingungen die Brandbekämpfung unter Atemschutz.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Richtig eingeheizt wurde den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde bei ihrer Übung am vergangenen Samstag. Im Brandhaus in Lemgo übten acht Kameraden mit zwei Ausbildern unter realitätsnahen Bedingungen den Atemschutzeinsatz im Innenangriff.

Der Landkreis Lippe betreibt im Feuerwehrausbildungszentrum Lemgo eine Brandsimulationsanlage, in der mit Hilfe von gasbetriebenen Brennern in einem präparierten zweistöckigen Wohngebäude verschiedene Gebäudebrände simuliert werden können. Dunkelheit und Kunstnebel machen die Übungsszenarien perfekt.

In verschiedenen Trupps gingen immer zwei Feuerwehrmänner zu drei Einsatzszenarien vor. Los ging es mit einer Wärmegewöhnung, in der das richtige Ausrüsten geübt und die Grenzen der Schutzkleidung ausgelotet wurden. Bei Raumtemperaturen von 540 Grad gingen die Trupps anschließend jeweils zu einer Brandbekämpfung vor, bei der es galt, im Erdgeschoss des Gebäudes einen Küchenbrand zu löschen. „Neben dem Mobiliar brannte auch der Herd mit einem Topf darauf, hier war besonnenes Vorgehen gefragt“, erläuterte Gemeindebrandinspektor Michael Kling, worauf es ankam.

Im zweiten Szenario wurden bei einem Gebäudebrand noch zwei Personen im Gebäude vermisst. Hier mussten die Feuerwehrmänner nun zuerst die Personen finden und retten. Erst danach sollten das Feuer gelöscht werden.

Während der Übung war jeder Atemschutzgeräteträger mit einem Pulsgurt ausgestattet. Damit war es der Leitwarte möglich, ständig den Puls der vorgehenden Einsatzkräfte zu überwachen und gegebenenfalls bei zu hoher Beanspruchung eingreifen zu können. Nach jeder Übung analysierten die Teilnehmer in Gesprächen mit den Ausbildern das Vorgehen, außerdem erhielten sie Tipps für die Zukunft. „Alle Ausbilder waren sich einig, dass der Ausbildungsstand der Einsatzkräfte sehr gut ist“, zog Gemeindebrandinspektor Kling eine positive Bilanz.

Die Feuerwehrmänner machten sich am Nachmittag wieder auf den Heimweg nach Nachrodt und resümierten einen mehr als sinnvollen Tag, von dem alle eine Menge für ihre zukünftigen Einsätze mit nach Hause genommen haben. Die körperliche Erschöpfung durch die Anstrengung und Hitzebelastung machte sich allerdings schnell bemerkbar. „Einigen Einsatzkräften sind schon nach wenigen Minuten die Augen zugefallen“, beschrieb Kling.

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