Freiwillige Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde: Gewichtiges Ehrenamt

Gerhard Panne (li.) und Michael Kling. -

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Weit über 1200 anspruchsvolle Ausbildungsstunden auf diversen Lehrgängen sind zu absolvieren, dann irgendwann kommt die Wehrleiterausbildung am Institut der Feuerwehr in Münster. Dazwischen liegen reichlich Praxis und viel Feuerwehralltag. Michael Kling, der per 1. Mai die Nachfolge von Gerhard Panne als Gemeindebrandinspektor antritt, bestätigt, dass Umfang und Dauer dieser Ausbildung durchaus mit einem Studium vergleichbar sind. Und am Ende hat man quasi das Diplom für ein gewichtiges Ehrenamt inne.

Ausgefüllt ist das Ehrenamt im Falle der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde mit der Verantwortung über 70 Feuerwehrmänner, drei Betriebsgebäude, einen sehr teuren Fuhrpark und daher über ein nicht gerade kleines Budget. Durchaus vergleichbar also mit der Ausstattung eines mittelständischen Betriebes. Und im Ernstfall gilt es in einer sehr komplexen Welt sehr weitreichende Entscheidungen zu treffen - über das Wohl und Wehe von Menschen. Gerhard Panne lässt durchblicken, dass man da durchaus sehr genau hinschaut, wen man denn auf den Weg bringt zu solch einer Führungsposition.

Genau hinschauen: Zu Pannes Anfangszeiten, Ende der 70er Jahre, galt das schon bei der Aufnahme zu den Blauröcken. So gab es gar Wartelisten bei der Feuerwehr. Gar abgestimmt wurde über Personen. Und als irgendwann über die Position des Stellvertretenden Löschgruppenführers entschieden wurde, fiel die Wahl auf Panne. Seitdem ist er in der Pflicht.

1999/2000 wurde Panne stellv. Wehrleiter und seit 2004 hat er die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde inne. Als er erstmals Führungsaufgaben übernahm, erhielt Panne - der zuvor bei einem Unternehmen als Fachbauleiter arbeitete und deutschlandweit unterwegs war - eine Anstellung bei der Gemeinde. Nur so konnte er auch dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht werden. Bescheiden ist Panne, drängt sich nicht in den Vordergrund. Aber wenn es um die Belange von Sicherheit und Feuerwehr geht, dann weiß er sich Gehör zu verschaffen. Dann hat seine Geduld durchaus Grenzen. Er stehe eben in der Pflicht. Aktuell ist er als noch amtierender Wehrleiter recht zufrieden. „Ich bin froh, dass wir nun so weit sind. Wir wollen einfach nur vernünftige Bedingungen haben“.

Das politische Instrumentarium bedienen zu können gehört mittlerweile auch zum Handwerkszeug eines Gemeindebrandinspektors. In Zeiten super knapper Mittel und den Anforderungen einer modernen Feuerwehr gerecht zu werden scheint nicht einfach. Kling: „Es wird ein schwieriger Spagat zwischen Gemeindefinanzen und Brandschutzbedarfsplan“.

Ein gewaltiger Bürokram gehört mittlerweile auch zum Aufgabengebiet eines Gemeindebrandinspektors. Zu bedienen sind Kommune, Kreis oder auch Bezirksregierung. All das gilt es am Wochenende zu erledigen: Sei es Kurzfristiges oder umfangreiche Dinge wie ein Fahrzeugkonzept. Und was den Dienst unter der Woche anbelangt, da ist Michael Kling froh, dass sein Arbeitgeber, die Verantwortlichen der Walzwerke, Verständnis zeigen und ausgesprochen flexibel sind. Kling arbeitet dort als IT-Leiter. Und er weiß auch, was er seinem Arbeitgeber schuldig ist. Was er wegen seines Feuerwehrjobs nicht schafft, das hängt er hinten dran. Und Gerhard Panne ist es natürlich ähnlich ergangen. - Peter von der Beck

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