Kreativkreis: Kritik ja, aber nicht öffentlich

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Ilse Weber (rechts) hält am bewährten Programm auch in den neuen Räumen fest.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Frauenkreativkreis ist eine der größten und aktivsten Gruppen der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld. Doch nun ist die evangelische Gruppe umgezogen – in das katholische Vereinshaus. Der Grund bleibt bislang offen. Ganz freiwillig war der Umzug wohl nicht.

Die Stimmung ist gut. Wieder sind rund 30 Frauen gekommen. Sogar einige neue Interessierte sind dabei. Ilse Weber hält auch am bewährten Programm fest. „Es gibt erst einmal etwas zu essen und dann gibt es etwas zum Mitmachen“, erzählt die Organisatorin. Warum die Treffen, die immer gut frequentiert sind, nun im katholischen Vereinshaus stattfinden, ist unklar.

Die Organisatorin möchte sich dazu öffentlich nicht detailliert äußern. In Webers Andacht wird jedoch deutlich, dass es nicht leicht war, eine neue Bleibe zu finden, und so den Fortbestand der Gruppe zu gewährleisten. Im Vereinshaus war zu hören, dass es Unstimmigkeiten mit Pastor Wolfgang Kube gegeben habe. Auf Nachfrage sagt er: „Ich weiß nicht, was mit dem Frauenkreativkreis ist.“

Fragen bleiben ungeklärt

Auf erneute Nachfrage antwortet er knapp, dass die räumlichen und zeitlichen Kapazitäten bei den Katholiken besser gepasst hätten, da dienstags auch Konfirmandenunterricht im Gemeindehaus stattfinde. Warum dies die vergangenen Monate kein Problem war, bleibt offen. Auch stellt sich die Frage, warum es so schwer war, einen anderen Raum zu finden. Wäre es eigentlich eher Aufgabe der Gemeinde, eine Lösung für eine solch aktive Gruppe zu finden?

Fakt ist: Seit der Eröffnung des neuen Gemeindehauses gibt es immer wieder Unstimmigkeiten. Die Nutzung ist häufig Thema in den verschiedenen Treffen der Gruppen und Kreise. Öffentlich sagen, wo der Schuh drückt, will aber niemand.

Schimpfen im stillen Kämmerlein

So gab es beispielsweise schon mehrmals kritische Töne rund um die Jugendarbeit. Die Gemeinde bremse diese aus. Man wolle gerne mehr tun, dürfe dies aber nicht. Aus Angst, dass das Gemeindehaus Schaden nehmen könnte – dies berichtete beispielsweise jüngst ein engagiertes Gemeindemitglied in einem Hintergrundgespräch.

Warum die Gruppen mit Problemen nicht öffentlich den Dialog suchen, sondern nur im stillen Kämmerlein schimpfen, ist für den Außenstehenden genauso unklar wie der Umzug des Frauenkreativkreises.

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