Frauen informieren sich über geheime Verführungen

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Verbraucher werden durch geschickte Marketingkonzepte jeden Tag manipuliert. Dass das so ist, weiß fast jeder. Aber wie genau eben diese Manipulation funktioniert, war Thema des ökumenischen Frauenfrühstücks, das am Samstagmorgen im katholischen Vereinshaus statt gefunden hat. 40 Frauen waren gekommen um nach einem gemeinsamen Frühstück den Vortrag von Prof. Horst Pieper zur hören. Der Wirtschaftswissenschaftler ist Experte auf dem Gebiet Marketingstrategien.

„Normalerweise zeige ich meinen Studenten, wie sie es machen sollen, dass sie als Verbraucherinnen besonders viel kaufen. Heute erkläre ich das Ganze aus einer anderen Sicht“, begann er seinen Vortrag. Der Mendener ist nicht nur Dozent an der staatlichen Hochschule in Dresden, sondern auch für die EU tätig. Dort betreut er die 12 neuen Mitgliedsstaaten, um sie wettbewerbsfähig zu machen.

Die Manipulation des Verbrauchers beginne bereits beim Betreten des Geschäftes. „Sie werden nicht nur strategisch geschickt durch den Laden geführt, sondern auch verführt“, erklärt der Experte. Ein durchschnittlicher Kunde, kaufe im Schnitt 40 Prozent mehr als er eigentlich wollte. „Die alltäglichen Dinge, wie Wurst und Käse findet man nicht umsonst ganz am Ende des Ladens“, berichtet er. So sei der Kunde gezwungen, das ganze Geschäft zu durchqueren. Der schnelle und direkte Weg zur Kasse sei in der Regel verbaut.

Der Fachmann zeigte aber auch, wie sich Verbraucher vor solchen Strategien schützen können. So sollte man beispielsweise nie hungrig einkaufen gehen, denn das verführe erst recht dazu, mehr zu kaufen als man eigentlich möchte. „Achten sie auf Größenveränderungen der Packung und vergleichen sie die Preise. Nicht jede XXL-Packung ist auch ein Schnäppchen“, mahnte Pieper. Ebenfalls von Vorteil sei ein Einkaufzettel, denn der sorge für gezieltes Suchen und Kaufen.

„Denken sie nicht, Discounter hätten keine Markenartikel. Das stimmt nicht. Oftmals wird die Ware am gleichen Ort und in gleicher Qualität produziert“, berichtete der Wirtschaftswissenschaftler weiter. Die Marken gäben nur nicht ihren Namen für die Discounter her. Hinter den meisten Produkten verberge sich allerdings Markenware.

Allerdings sei die reine Schnäppchenjagd nicht immer gut. Der Milchpreis habe bewiesen, wozu das führe. „Manche Produkte haben einfach ihren Preis“, appellierte Pieper . ▪ lm

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