Forstleute freuen sich über knackige Preise

Förster Christoph Schäfer in seinem Revier.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit Zahlen, die Waldbesitzern Freude machen, geht Förster Christoph Schäfer in der übernächsten Woche in die Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Nachrodt-Wiblingwerde.

Die Holzpreise, zumindest für gefragtes Nadelholz, haben ordentlich angezogen. Wurden zum Beispiel vor dem gewaltigen Sturm Kyrill nur rund 80 Euro für das so genannte „dicke Fichtenstammholz“ der Güteklasse B gezahlt, so sind es jetzt wieder um die 95 Euro, berichtet Schäfer. „Weil das Holz knapp ist.“ Die jetzigen Preise würden etwa seit Ende 2010 gezahlt. „Wir hatten gehofft, dass die Preise sogar noch etwas höher anziehen, aber die Sägewerke können sie nicht weiterreichen“, so der Revierförster über die aktuelle Marktsituation. Es handelt sich jeweils um Quartalsverträge. Somit steht fest, dass Anfang April wieder verhandelt wird. Was sich dann durchsetzen lässt, werde sich zeigen, meint Schäfer. Preise aber wie in Baden-Württemberg, wo für das Stammholz fast 100 Euro gezahlt wurden, seien vor Ort aber wohl nicht zu erzielen. Die Rede ist von Bauholz. Beim Brennholz – in der Regel Laubholz – sieht der Nachrodt-Wiblingwerder Förster einen „Boom“. Die hiesigen Preise lägen zwischen 45 und 50 Euro pro Festmeter „frei Waldweg“ für das „baumlange Buchenbrennholz.“

Der Holzeinschlag des Jahres 2010 werde etwas schwächer ausfallen als in manchen Vorjahren. Das hänge zum einen damit zusammen, dass es einen ungewöhnlich langen Winter gegeben habe. Eine weitere wichtige Rolle spielte – nach wie vor – die Wiederaufforstung nach Kyrill. So habe man sich im Frühjahr gleich an Anpflanzungen begeben müssen.

Hier geht es um richtig große Zahlen: Seit 2008 habe man jährlich rund 200 000 Jungpflanzen in die Erde gebracht. Die Gesamtzahl gibt Schäfer in einer „groben Schätzung“ mit bis zu 700 000 an. Damit könnten mittlerweile etwa drei Viertel der Kyrill-Windwurffläche als wiederaufgeforstet betrachtet werden. Die Wiederaufforstung sei wichtig, weil so verhindert werde, dass die Flächen durch Pflanzen wie Adlerfarn oder Brombeere „verkrauten“, wie es der Fachmann nennt. Auf solchen Böden haben Jungbäume keine Chancen. ▪ tk

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