Das Holz sitzt vor Ort fest

+
Einen sehr informativen Abend erlebten die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Borkenkäfer wird die große Herausforderung 2019 – so viel ist bereits sicher. Bereits jetzt sind die Schäden im Wald enorm und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Das Problem: Es ist viel zu viel Holz auf dem Markt und die Preise sind entsprechend im Keller.

„Alles, was wir an Holz stehen lassen können, lassen wir auch stehen, um den Markt nicht noch unnötig zu füllen. Die absolute Priorität liegt rein auf dem Käferholz“, betonte Förster Christof Schäfer im Rahmen der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft. Derzeit gebe es fast keinen Waldbesitzer, der nicht betroffen sei. Export einzige Chance

Insgesamt betreut Schäfer 1321 Hektar Waldfläche. Allein im vergangenen Jahr kamen bereits rund 3500 Festmeter Käferholz zusammen. Am Ende könnte es ein Ausmaß wie bei Orkan Kyrill geben. „Aber wir stehen vor einem großen Problem. Anders als bei Kyrill sitzt das Holz vor Ort fest“, erklärt Schäfer die Problematik. Die großen Sägewerke in Süddeutschland und Österreich sind bereits vollkommen dicht. Allein in Tschechien gibt es bereits 20 Millionen Festmeter Käferholz. „Unsere einzige Chance ist derzeit der Export. Daher verladen wir täglich zig Container. Die gehen dann nach China“, berichtet Schäfer. Der Aufwand ist enorm.

Zunächst muss jeder Baum genauestens untersucht, vermessen und dokumentiert werden. Genau 11,80 Meter darf ein Stamm lang sein, sonst passt er nicht in den Container. „Die Container-Lkw können nicht in den Wald fahren. Das heißt, wir brauchen Lagerplätze und Verladestationen“, erklärt Schäfer die Problematik. Schäfer geht davon aus, dass der Borkenkäfer sich weiter ausbreiten wird. Schon jetzt sieht man in den Wäldern immer wieder trockene Fichten. Holz, das vom Borkenkäfer befallen ist, muss so schnell wie möglich aus dem Wald raus. Doch aktuell kommen die Arbeiter kaum noch hinterher. Eindämmen lässt sich der Käfer kaum. Fallen bringen in der Bekämpfung nichts. Lediglich könne so eine Bestandsaufnahme erfolgen. Also man könne zählen, wie stark der Borkenkäferbefall ist. Eine solche Falle steht bereits unterhalb von Wörden.

 Zur effektiven Bekämpfung müssten betroffene Bäume entrindet werden. Denn die Käfer leben nur unter der Rinde. Doch auch das ist kaum zu leisten. Weder manuell noch maschinell. Maschinell sind nur noch wenige Anlagen zu bekommen. Zudem muss das Holz eine gewisse Länge und Breite haben. „Die Forstbetriebsgemeinschaft hat mehr als 470 Hektar Fichtenbestände. Zur Eindämmung der Kalamität und Rettung der verbleibenden Bestände müssen wir die erste Generation der Borkenkäfer 2019 zurückdrängen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare