Mit Daten vom Hallenscheid

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Mit den Bäumen in „seinen“ Wäldern kann Förster Christof Schäfer durchaus zufrieden sein.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die dritte Bundeswaldinventur liefert erfreuliche Nachrichten: Die Waldfläche in Deutschland ist konstant geblieben, rund 11,4 Millionen Hektar umfasst der deutscheWald. Seine Zusammensetzung hat sich positiv entwickelt. Der Mischwaldanteil ist auf drei Viertel der Gesamtwaldfläche gestiegen.

Strukturreiche Mischwälder sind gut gerüstet für die Herausforderungen des Klimawandels und Schadereignisse wie Stürme oder den Befall durch Borkenkäfer. Und welche Rolle haben die Wälder der Doppelgemeinde bei der Wald-Volkszählung gespielt? Mittendrin im bundesweitenMessraster lag ein Buchen-Altbestand bei Hallenscheid,berichtet Förster Christof Schäfer. Die hier erhobenen Daten sind so Teil des Gesamtergebnisses geworden.

Die Bundeswaldinventur hat ergeben: In deutschen Wäldern steht so viel Holz wie seit Jahrhunderten nicht mehr – und das bei einer hohen Nutzung. Der Wald ist in den vergangenen Jahren strukturreicher und älter geworder geworden.

Der Holzvorrat ist in den vergangenen zehn Jahren um sieben Prozent gestiegen. Deutschland verfügt aktuell über einen Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmetern. Mit diesem Vorrat steht Deutschland an der Spitze der europäischen Länder, sogar vor den klassischen Waldländern Skandinaviens. Nicht nur die Holzvorräte sind auf Rekordniveau, auch die Nachfrage ist rege.

Der Bedarf nach umweltverträglich erzeugten Rohstoffen nimmt weltweit zu. In den Jahren 2002 bis 2012 wurden im Schnitt jährlich rund 76 Millionen Kubikmeter Holz geerntet.

Alle zehn Jahre machen sich Bund und Länder gemeinsam an eine Herkulesaufgabe: Sie vermessen den deutschen Wald. Die Bundeswaldinventur ist der regelmäßige Zensus für den Wald, sie wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft koordiniert.

Über 90 Milliarden Bäume wachsen in Deutschlands Wäldern - zu viele, um jeden einzelnen erfassen zu können. Die Bundeswaldinventur erhebt daher eine repräsentative Stichprobe. Über 60 Inventurtrupps haben in den Jahren 2011 und 2012 dazu an rund 60 000 Messpunkten jeweils rund 150 Merkmale erfasst. Dabei geht es dann um die Verteilung der Baumarten, die Ermittlung von Zuwachs und und die Frage, wie sich die Holzvorräte entwickelt haben.

Nach wie vor stehe die Region, anders als manche andere in Deutschland, unter dem Einfluss von Kyrill, berichtet Christof Schäfer. „Wir haben es mit rund 200 Hektar Kyrillflächen zu tun.“ Für die nächsten 30 Jahre sei dort kein Wirtschaftsholz zu erwarten. Auf diesen Flächen müsse man nun zunächst einmal Brombeeren, Adlerfarn oder Birken zurückdrängen. Was vielleicht nicht jeder erwartet: Der Einschlag in Schäfers Revier liegt heute bei 5000 bis 6000 Festmetern jährlich – wie vor Kyrill. „Aber es handelt sich jetzt um kleine Lose“, berichtet Schäfer. Was heute anfalle, stehe zudem meist an steilen Hängen, wo die Holzernte erschwert ist.

Die Witterung sei zudem „eher gut“ für den Wald gewesen. Schäfer tippt auf unterdurchschnittlich viel Niederschlag, der aber recht gleichmäßig verteilt gewesen sei. „Kleine Probleme“ gibt es im Bereich der Eichen, die unter Trockenheit und später teils unter Kahlfraß gelitten hätten. Der Förster hat zudem ein vereinzeltes Eschentriebsterben beobachtet – „eine komplexe Erkrankung.“ Auch die Vogelkirsche zeigt vereinzelt Schwächen. Die Fichten seien dagegen „unauffällig“ und die Buchen in „gutem Zustand.“ - Thomas Keim

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