Förderprogramm sichert späteren Lernerfolg

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Tim und Tula, die beiden Handpuppen, sind immer dabei, wenn Martina Schmidt in dem Programm „Kindergarten plus“ die Vier- bis Fünfjährigen fördert. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Klug sein alleine reicht nicht – Kinder benötigen auch emotionale Intelligenz, um in der Schule Erfolg zu haben. Deshalb nehmen im Evangelischen Familienzentrum Fibs an der Bachstraße die Mädchen und Jungen, die im Sommer 2012 eingeschult werden sollen, bereits jetzt an dem Programm „Kindergarten plus“ teil.

„Unser Hauptanliegen ist die Persönlichkeitsförderung, die Stärkung des Selbstvertrauen“, sagt Trainerin Martina Schmidt, die das Förderprogramm im Fibs leitet. Neun Wochen lang versammelt sie jeden Mittwoch für etwa anderthalb Stunden die vier- bis fünfjährigen Kinder um sich, um die für ihren späteren Lernerfolg unverzichtbaren Basisfähigkeiten zu fördern. Da geht es dann um die Selbst- und Fremdwahrnehmung, um Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, die Wahrnehmung von Selbstwirksamkeit und Eigenkompetenz, um Motivations- und Leistungsfähigkeit sowie um Beziehungsfähigkeit. In Spielen und Übungen, Gesprächen, Liedern und mit kreativen Methoden regt Martina Schmidt die Kinder an, sich selbst und andere mit ihren jeweiligen Eigenarten wahrzunehmen, Gefühle auszudrücken und zu benennen. Sie Kinder lernen dabei Körperbewusstsein zu entwickeln, die eigenen Sinne zu erfahren, Konflikte ohne Gewalt zu lösen und Kompromisse einzugehen. Immer dabei sind übrigens Tim und Tula, zwei Handpuppen, die Themen ins Spiel bringen und den Kindern dabei helfen, das Erlebte und Erlernte zu vertiefen.

Der Bildungsbegriff, der dem von der Deutschen Liga für das Kind entwickelten Programm zugrunde liegt, orientiert sich an den wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Neurobiologie und Sozialwissenschaften, dass jedem geistigen Lernschritt ein emotionaler Entwicklungsschritt voraus geht. Kinder lernen durch aktives Erfahren und Erleben, in Dialog und Zusammenspiel. Bildung bedeutet deshalb, Kinder gleichermaßen emotional, sozial und geistig zu fördern. Studien mit Grundschulkindern zeigen, dass die Leistungen von Kindern und der Erfolg oder Misserfolg im schulischen Bildungssystem in hohem Maße davon abhängen, inwieweit zuvor emotionale und soziale Fähigkeiten ausgebildet werden konnten.

„Bei uns läuft das Programm jetzt schon seit zwei Jahren, und wir haben den Eindruck, dass die Wirkung sehr effektiv ist“, sagt Martina Schmidt. Eine Anschubfinanzierung – zunächst musste das Fibs für etwa 800 Euro das Material für das Förderprogramm kaufen – hat der Lions-Club Iserlohn geleistet, für die laufenden Kosten kommt das Fibs nun selbst auf.

Am Ende des Programm erhalten die Kinder übrigens eine Auszeichnung. Bei jedem der neun Module wählen sie nämlich selbst eine Perle aus, und so halten sie am Ende eine selbst zusammengestellt Perlenkette in den Händen. Zudem erhält jedes Kind eine individuelle Auflistung seiner Interessen und neu erworbenen Fähigkeiten. ▪ vg

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