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Spendengelder für Flutopfer zum großen Teil ausgezahlt: „Viele waren zu Tränen gerührt“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Spendengelder wurden in Nachrodt an die Flutopfer vergeben.
Die Spendengelder wurden in Nachrodt an die Flutopfer vergeben. © © Andreas Rother

„Wir schütten jetzt 155.000 Euro aus. Das ist schon gigantisch“, sagt Kämmerin Gabriele Balzukat. Bei den Flutopfern sind Tränen geflossen. Vor Dankbarkeit und Rührung.

Nachrodt-Wiblingwerde – Sehr dankbar. Sehr gerührt. Und sprachlos über die Hilfsbereitschaft sind die zwölf Nachrodt-Wiblingwerder Familien, die schwer vom Unwetter getroffen worden waren, und die jetzt Spendengelder bekommen haben. Bei weiteren sieben Familien fehlen nur noch die Datenschutzerklärungen, dann wird die finanzielle Hilfe auch sie erreichen. „Wir schütten jetzt 155000 Euro aus. Das ist schon gigantisch“, sagt Kämmerin Gabriele Balzukat und bedankt sich im Namen der mit einem kleinen Geldsegen bedachten Bürger bei allen Spendern. „Wir schimpfen ja oft über unsere Gesellschaft, die an vielen Ecken wirklich besser sein könnte, aber hier haben die Menschen Mitgefühl gezeigt und geholfen. Das finde ich einfach toll. Da bekomme ich Gänsehaut“, so Gabriele Balzukat. Mit Hilfe des Spendengelds kommen die Flutopfer wichtige Schritte in die Normalität weiter.

Schadenshöhe bei 45000 Euro gedeckelt

In der Gemeinde gab es eine Kommission, die die Kriterien für die Vergabe festgelegt hatte. Um allen gerecht zu werden, wurde die Schadenshöhe bei 45000 Euro gedeckelt. Zudem wurden zum Beispiel in den Wassermassen untergegangene Gartenhäuschen „nur“ mit 50 Prozent berechnet. Auch spielte die Soforthilfe natürlich eine Rolle und ebenfalls, ob es eine Versicherung gab und ob diese Zahlungen tatsächlich geleistet hat. „Es gibt auch Fälle, wo Elementarschäden zwar versichert sind, die Versicherung aber trotzdem nicht gezahlt hat. Manche Sachen gehen wirklich unter die Haut“, erzählt Gabriele Balzukat.

Fotos und Rechnungen eingereicht

All jene, die vom Spendengeld profitieren, haben der Gemeinde mit Fotos und Rechnungen die Schäden belegt. Und auch, wenn natürlich alle Betroffenen auf Spendengelder gehofft hatten, so waren sie überrascht und hatten dann doch nicht in dieser Form damit gerechnet. „Es gibt eine große Dankbarkeit“, sagt Gabriele Balzukat.

Übrigens: Die Gemeinde benötigte die Datenschutzerklärung der Flutgeschädigten, weil sie das Phoenix-System nutzt. Phoenix ist ein Managementsystem für alle Spendenorganisationen und öffentlichen Verwaltungen. Es dient dem Nachweis der gerechten Verteilung und zweckbezogenen Verwendung von Zuwendungen, Spenden und Sachleistungen in Katastrophenlagen.

Transparentes Bild

Es wurde vom DRK-Landesverband Sachsen und der Staatskanzlei des Freistaates Sachsen entwickelt und wird in Nordrhein-Westfalen vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz durch den DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz unterstützt.

Es verschafft ein transparentes Bild über alle Leistungen, die von Spendern, Hilfsorganisationen und weiteren Initiativen kommen und Betroffenen zur Verfügung gestellt werden.

Die beteiligten Stellen – wie in diesem Fall die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde – entscheiden trotzdem frei über die Verwendung der Mittel.

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