Flugzeugabstürze sind seltener geworden

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Das rot-weiße Terry-Modell von Graupner ist nur eins von rund 20 Modellflugzeugen, die Gerd Nolte im Laufe von 30 Jahren gebaut hat. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Gerd Nolte aus Nachrodt ist eigentlich ein Typ, der am liebsten mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht und dabei nicht abhebt. Doch schon vor 30 Jahren fand er ein Hobby dessen Ausübung es ihm gestattet, Bodenhaftung zu bewahren und trotzdem in die Luft zu gehen – und zwar gleichzeitig.

Nolte ist begeisterter Modellflieger. Die meisten seiner Flugzeuge hat er selbst gebaut. Das bedeutet, dass er sich Jahrzehnte alte Baupläne besorgte, die lediglich die einzelnen Bauteile einer Maschine zeigten und auch deren Zusammenbau erklärten. Die Bauteile an sich musste Nolte jedoch in filigraner Kleinarbeit selbst herstellen. Ganze Flugzeugrümpfe, aber auch die Höhen- und Seitenruder, die Flügel und auch Fahrgestelle entstanden so aus Holz und Metall unter seinen geschickten Händen.

Noltes größtes Modell hat eine Spannweite von 2,80 Metern. Um es zu transportieren, muss es erst einmal – zumindest zum Teil – auseinander gebaut werden. „Wenn das fliegen lassen will, , muss ich schon eine ganze Stunde nur für den Auf- und Abbau rechnen.“ Und so ganz ohne Kraftaufwand geht es auch nicht. Das Modell wiegt stolze 20 Kilogramm.

Nolte kam 1981 als Späteinsteiger zu seinem Hobby. „Schuld daran hatte sein ältester Sohn. Denn der bekam Anfang der 80er Jahre ein kleines Modellflugzeug geschenkt. Es war jedoch der Vater, der den Zusammenbau übernahm. Es fehlte jedoch eine Fernsteuerungsanlage. Die schenkte der Hobbyflieger seinem Sohn dann zu Weihnachten und war dann –wie nicht anders zu erwarten- maßgeblich am Einbau beteiligt. „Wir konnten damals machen, was wir wollten“, schmunzelte Nolte. „Das Modell sah zwar toll aus, aber es flog leider nicht.“ Noltes Ehrgeiz war geweckt. Er begab sich an den Bau eines Modelles, welches im Ergebnis von seinem Sohn geflogen wurde. „Das klappte zwar noch nicht so hundertprozentig“, sagt der Hobbypilot. „Aber es waren deutliche Fortschritte zu erkennen.“

Nolte schloss sich in der Folgezeit einem Letmather Modellfliegerverein an und trainierte regelmäßig. Von seinen Vereinskameraden erhielt er wertvolle Tipps für den Bau und das spätere Fliegen mit einem Flugzeugmodell. Mittlerweile verfügt der Nachrodter über rund 20 Modelle, die meisten davon selbst gebaut.

Nolte besitzt allerdings auch ein Modell, welches aus einem Bausatz mit vorgefertigten Teilen besteht. Das sei sein „Wenn's-mal-schnell-gehen-soll“-Modell. „Das passt so, wie es ist, in mein Auto“, sagt er. Doch verglichen mit seinem größten Flieger ist das Bausatz-Modell nur ein Winzling. Allerdings sollte man die Modellflugzeuge nicht unterschätzen. „Die erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern“, wusste Nolte. Sie dürfen daher aus Sicherheitsgründen nicht über bebauten Gebieten geflogen werden.

Nolte bedient alle seine Flugzeuge mit nur einer einzigen Fernbedienung. Darin sind die Daten aller Modelle gespeichert. Sie verfügen nämlich über völlig verschiedene Flugeigenschaften. Da müsse man dann schon ein wenig Ahnung von Aerodynamik haben, um die unterschiedlichen Maschinen sicher fliegen zu können, räumt Nolte ein. Er lässt alle Modelle mindestens einmal im Jahr in die Luft steigen, viele fliegen jedoch mehrfach. Allerdings nur bei gutem Wetter, denn von nassen Wiesen oder schlammigen Äckern ein Modell zu fliegen, hält er nicht für ein Vergnügen.

Und was ist mit Abstürzen? „Ja, ganz zu Anfang sind einige Modelle doch wesentlich schneller unten angekommen, als ich es ursprünglich geplant habe“, schmunzelt Nolte. Doch das passiert ihm schon lange nicht mehr. Im Laufe der Jahre hat seine Fertigkeiten eben immer weiter verfeinert. ▪ hb

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