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Flüchtlingssituation in Nachrodt: „Niemand muss auf dem Boden schlafen“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Die Nachrodt-Wiblingwerder spenden gern - wie diese Kuscheltiere.
Die Nachrodt-Wiblingwerder spenden gern - wie diese Kuscheltiere. © Fischer-Bolz, Susanne

„Was ich von den Kollegen höre, so sind die Kinder ganz gut angekommen, aber natürlich muss man von Fall zu Fall schauen“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen mit Blick auf Traumata der Mädchen und Jungen aus der Ukraine, die jetzt die Grundschule besuchen. Insgesamt sind zurzeit 44 Flüchtlinge in der Gemeinde..

Nachrodt-Wiblingwerde – 44 ukrainische Flüchtlinge sind zurzeit in der Doppelgemeinde, und „niemand muss bei uns auf einer Matratze auf dem Boden schlafen“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die von einigen nicht besonders guten Zuständen in anderen Städten gehört hat. „Ich bin sehr zufrieden.“

Wohnungen sind einladend

Die Wohnungen sind einladend, die Zusammenarbeit mit dem Bauhof klappt gut, die Ehrenamtlichen, die Kümmerer und unsere Leute machen einen guten Job“, lobt Birgit Tupat alle, die bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge mit im Boot sind. Immer noch sind 13 Zufluchtsuchende privat in der Becke untergebracht, wo Gernot Rescher und Maik Lenz ihr ganzes Haus umgebaut haben. „Eine Mutti mit ihren zwei Kindern von dort werde ich in diesen Tagen in einer Wohnung unterbringen können“, sagt Sabrina Lippert, Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde.

Besondere Spenden gesucht

Angemietete Wohnungen sind an der Bachstraße, an der Schulstraße, am Friedhofsweg, an der Eichendorffstraße und an der Schultenwiese. Weitere Wohnungen werden aktuell nicht benötigt. Die Grundausstattung ist überall gut vorhanden – Küche, Bett, Esstisch, Stühle, Kleiderschrank – „aber alles, was darüber hinaus geht, um es sich richtig schön zu machen, haben wir nicht. Wer da etwas abzugeben hat, kann sich bei mir per Mail melden“, sagt Sabrina Lippert. Sie ist unter s.lippert@nachrodt-wiblingwerde.de zu erreichen.

Ukrainerin arbeitet in der OGS

In Wiblingwerde besuchen zurzeit zwei Flüchtlingskinder die Grundschule, in Nachrodt sind es vier. Weitere werden erwartet. Im Moment sind die Kinder ganz normal in den Klassen integriert, „wir wollen aber schauen, ob es möglich ist, Deutscheinheiten anzubieten“, sagt Schulleiterin Carsta Coenen. Über Landesmittel ist eine Deutschförderung beantragt. Bis jetzt versucht die Schule, mit den eigenen Lehrkräften die Unterstützung für die ukrainischen Kinder zu stemmen. Übrigens: In der OGS arbeitet stundenweise eine Ukrainerin mit. „Das ist über Kathrin Richter vermittelt worden und sie spricht auch schon sehr gut Deutsch“, erzählt Sabrina Lippert sehr erfreut. Überhaupt ist sie vom Engagement der Nachrodt-Wiblingwerder sehr angetan, ist begeistert von dem jetzt wieder stattfindenden Flüchtlingscafé und auch von den geplanten Deutschkursen. Ohne großes Aufsehen sind übrigens Norbert Grebe und Christian Wolf unterwegs, die in schon in acht Wohnungen Küchen für die Flüchtlinge aufgebaut haben.

Spendengelder sinnvoll einsetzen

Übrigens: Von den Spendengeldern – 16800 Euro – wurden zum Beispiel „enorm viele Gutscheine gekauft, von Deichmann und Kick, damit sich die Flüchtlinge einkleiden konnten“, sagt Sabrina Lippert. Auch Schlafsofas und Bettwäsche wurde davon gekauft, zudem der Bauhof bezahlt, „der die ganze Zeit für uns im Einsatz war“, wie Sabrina Lippert sagt.

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