Flüchtlinge gehen jeden etwas an

Glückliches Ende einer langen Reise: Das heilige Paar, die Hirten und Engel freuten sich über die Ankunft des Herrn. Foto: Krumm

Nachrodt-Wiblingwerde -  Die Not und das Elend der Flüchtlinge, die derzeit in Massen nach Deutschland strömen, geht jeden an. Deutliche, nachdenkliche und einfühlsame Worte gab es über die Feiertag in St. Josef, Nachrodt. Der Pastor nahm kein Blatt vor den Mund, mahnte zu Toleranz, Einsicht, Frieden und Hilfsbereitschaft. Auch in Nachrodt.

Wenig ging in den meisten Gottesdiensten zum Fest in der Kirche St. Josef: Die Sitzplätze reichten nicht aus für die vielen Besucher, die beispielsweise am Heiligen Abend eine sehr stimmungsvolle und reichhaltige Christmette mit einem prächtigen Krippenspiel erlebten. Ein Trio aus Regina Kerkmann (Querflöte), Leonie Kerkmann (Klarinette) und Mareen Knoop (Geige), das bei einigen Stücken von Nils Knoop (Gitarre) unterstützt wurde, vervollständigte den festlichen Rahmen.

Pfarrer Hermann Josef Lösing stellte das, was Menschen unter die Weihnachtsbäume zu legen pflegen, jenen Wünschen gegenüber, die nicht so einfach zu erfüllen sind – dass Eltern sich wieder vertragen, dass es einen Menschen geben möge, der den Bittenden so liebt, wie er ist. Und doch gelte an dem Tag, an dem Gott Mensch geworden ist: „Ja, an Weihnachten werden Wünsche wahr. In die Dunkelheit der persönlichen Lebenssituation hat Gott seinen Sohn, das Licht der Welt, geschickt.“ In seine Fürbitten schloss der Pfarrer alle ein, die in einem sehr kriegerischen Jahr von Not und Elend betroffen wurden.

In ihrem Krippenspiel erzählten die Kinder die Weihnachtsgeschichte zunächst aus der Sicht des Hirten Jorim, der „das Kind finden muss, das die Welt verändern wird“. Denn die drei Sterndeuter haben ihm das so gesagt und suchen selber nach dem Kind, mit dem ein neues Zeitalter in der Geschichte Gottes mit den Menschen anbrechen soll. Natürlich fanden die Suchenden den berühmtesten Stall der Geschichte und ergänzten die anderen Zeugen der Geburt Jesu: Die Eltern Maria und Josef, die Hirten und die Engel. Und zu Füßen des Jesuskindes in der Krippe lagerten prächtig gemalt Ochs und Esel, die seit langem zum ländlichen Ambiente der Geburt Christi dazugehören. Josef blieb es vorbehalten, die in der Phantasie leicht zu belebende Weihnachtskrippe in der Kirche mit dem Jesuskind zu vervollständigen. Die Gemeinde sang dazu das wunderbare Lied „Herbei, oh ihr Christen, oh kommet nach Bethlehem“ und ebenfalls passend: „Ihr Kinderlein kommet“.

In Erinnerung an das Licht der Welt, das an Weihnachten in die Welt kommt, entzündeten die Messdiener schließlich die an die Gemeinde verteilten Kerzen, während das große Licht in der Kirche langsam verlosch. Ein stimmungsvoller Moment, den alle Gottsdienstbesucher mit sich mit nach Hause tragen konnten. - thk

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