Neues Land, neue Liebe: Flüchtling aus Nigeria erlebt berührende Geschichte

"Bei uns sagt man Hahn im Korb“, meinte Lotte Glasow (rechts) zu Cyril, der sich mit dem Café-Team gern fotografieren ließ.

Nachrodt-Wiblingwerde – Cyril Onwachei floh aus Nigeria und fand in Nachrodt eine neue Heimat. Nun fand er die Liebe. Die könnte bedeuten, dass er bald wegzieht.

Ob Cyril Onwachei noch lange in der Doppelgemeinde wohnen wird? Der junge Mann, der vor vier Jahren aus Nigeria flüchtete und in der Doppelgemeinde ein neues Zuhause fand, hat sich verliebt. Und: Er ist schon verlobt. 

Mit einer Deutschen, wie er sichtlich glücklich beim Begegnungscafé im katholischen Vereinshaus erzählt. „Wir haben uns im Internet kennengelernt“, sagt der 34-Jährige. 

Der Gemeinde sehr verbunden

Im Moment hat er einen Job als Pflegeassistent im Kohlberghaus. Aber er würde sehr gerne eine Ausbildung machen. „Vielleicht Lager/Logistik“, sagt er und hofft, eben diese Ausbildung in der Nähe von Stuttgart machen zu können. 

Dort wohnt seine Liebste. Und dort möchte er hinziehen. „Aber ich komme dann immer zu Besuch“, verspricht er dem Café-Team. Bei den monatlichen Treffen ist der Nigerianer gern dabei. Man kann sich mit anderen Flüchtlingen austauschen, aber findet auch immer ein offenes Ohr bei den engagierten Frauen, die sich um das Begegnungscafé für Einheimische und Flüchtlinge kümmern. 

Viele haben keine Zeit

Dass es keinen großen Ansturm gibt, sondern sich meist nur eine kleine Runde trifft, ist dem Zeitfaktor geschuldet. „Donnerstags findet auch ein Integrationskurs statt, andere arbeiten oder machen eine Ausbildung“, sagt die Flüchtlingsbeauftragte Sabrina Lippert. 

Sie ist gerade dabei, drei Wohnungen aufzulösen, die nicht mehr benötigt werden. Aktuell sind keine Neuankömmlinge angekündigt. 

Die, die in Nachrodt wohnen, nehmen zwar gern das Café an, scheuen sich aber augenscheinlich vor anderen Veranstaltungen. „Ich habe alle zu der Aktion ,Gemeinsam essen, füreinander da sein’ eingeladen, habe gesagt, dass es auch ein vegetarisches Essen gibt und sich die Organisatoren freuen würden, aber niemand ist gekommen“, so Sabrina Lippert.

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