Fledermäuse bei Mondaufgang beobachten

Tacke mit einem Nistkasten.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „In einem Esslöffel Waldboden gibt es mehr Kleinstlebewesen und Mirkoorganismen als Menschen auf der Welt. Das habe ich vorher gar nicht gewusst“, sagte Karl-Heinz „Bauer“ Tacke und zeigte sich von dieser Erkenntnis überrascht. Natürlich setzte er diese sofort um. Innerhalb der nächsten 14 Tage wird es auf dem Lehrpfad am Lohagen eine weitere Lehrtafel geben.

Tacke arbeitet derzeit mit Hochdruck daran. Sie wird sich mit den klimatischen Verhältnissen, mit verschiedenen Waldbeständen im heimischen Raum, aber auch mit Nistkästen vieler unterschiedlicher Vogelarten befassen. Auch ein Nistkasten für Fledermäuse wird zu sehen sein. „Hier in der Gegend gibt es davon ziemlich viele“, weiß Tacke. „Am besten kann man sie bei Mondaufgang beobachten.“ Rund 20 Tafeln sind derzeit entlang des Lehrpfades angebracht worden. Alle wurden von Hand gefertigt und bestückt. Für jedes Exemplar benötigt Tacke zwischen 30 und 40 Stunden. In die Errichtung des gesamten Pfades hat er daher schon weit mehr als 1000 Stunden gesteckt.

Die Ideen über die Vervollständigung des Lehrpfades kommen Tacke, wie er sagt, „quasi über Nacht.“ Dann ruht er nicht eher, bis er sie auch umgesetzt hat. So haben unter seiner Anleitung Kinder der Grundschule Wiblingwerde Nistkästen gebaut und an den Bäumen entlang des Lehrpfades angebracht. „Wir sind die Strecke später einmal abgegangen und haben geschaut, ob die Kästen von den Vögeln auch angenommen wurden.“ Das Ergebnis war hervorragend. Fast keiner der Nistkästen ist leer geblieben. Die Existenz des Pfades hat sich offenbar weit über die Grenzen des Märkischen Kreises hinaus herumgesprochen. Gerade an Wochenenden seien viele Besucher zu sehen, die beispielsweise aus dem Ruhrgebiet kämen, nur um einmal den Lehrpfad zu besuchen. In dieser Woche wird Tacke eine Führung vornehmen, die ihm vom Kirchenkreis in Köln angetragen wurde.

Doch Tackes ganzes Herz gehört den Kindern. Sie sollen die Natur für sich entdecken können, sollten wissen, wie man in und mit ihr leben kann. Die Kinder würden lernen, die verschiedensten Baumbestände zu erkennen, Vögel voneinander zu unterscheiden und selbst einmal mit „anzupacken“, wenn es gilt, heimischen Tieren eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Er hat an der Grundschule in Wiblingwerde eine Art „Doppelzaun“ erstellt. In den Zwischenräumen bringen die Schüler nun Gehölze an, die es kleineren Tieren wie Igeln, Kaninchen und auch Vögeln gestatten, dort Unterschlupf zu finden. Die Kinder seien äußrst einfallsreich und kreativ gewesen und hätten sich viel Mühe gegeben. „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so gern zu Schule gegangen“, strahlt Tacke. „Und die Kinderaugen sind für mich das schönste Lob für meinen Einsatz.“ - hb

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