Sparkasse Wiblingwerde: Nur noch SB-Terminal

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Seit 1973 gibt es die Sparkassen-Geschäftsstelle in Wiblingwerde. Zum 1. Oktober wird sie ein SB-Standort.

Nachrodt-Wiblingwerde - Die Kunden mögen Online-Banking. Immer mehr. Und so kommt es, wie es kommen musste: Die Sparkassen-Geschäftsstelle in Wiblingwerde wird umgewandelt: von einer Ein-Frau-Filiale in einen SB-Standort. Antje Rüther wird ab dem 1. Oktober in der Geschäftsstelle Nachrodt arbeiten.

 „Das Kundenverhalten hat sich massiv verändert. Wenn man früher Zahlungstätigkeiten hatte, eine Überweisung tätigen oder einen Dauerauftrag ändern wollte, dann ist man in seine Sparkasse gegangen und hat das dort von den Mitarbeitern erledigen lassen. Die Digitalisierung hat dazu geführt, dass die Kunden mittlerweile alles online am PC oder mit dem Smartphone jederzeit erledigen können“, sagt Mike Kernig, Vorstandsmitglied der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis.

Ein Online-Banking-Anteil von mehr als 60 Prozent spricht für sich. Die Besuche in der Geschäftsstelle im Dorf sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Die finanziellen Themen des Lebens spielen sich beim Online-Banking, an Selbstbedienungs-Terminals und beim telefonischen Kundenservice ab. „Mehr als 200 Mal im Jahr nutzen Kunden die Online-Filiale für ihre Geschäfte, zur Beratung kommen sie im gleichen Zeitraum nur einmal in die Geschäftsstelle“, nennt Mike Kernig die Fakten.

 Dass sich ältere Kunden nicht ans Online-Banking trauen, stimme übrigens nicht. „Auch Kunden, die weit über 60 sind, probieren das gerne aus, haben Spaß daran und nutzen es. Andersherum gibt es 25-Jährige, die sich schwerer tun“, glaubt Holger Wolf, Leiter des Privatkundenmarktes Altena-Nachrodt, nicht an von der Zeit überrollte ältere Kunden. „Und die, die uns brauchen, die Beratungsbedarf haben, finden nach wie vor Ansprechpartner – bei Baufinanzierung, Wertpapieranlagengeschäft oder Altersvorsorgeberatung beispielsweise.“

Antje Rüther wird die Kunden nun in Nachrodt betreuen. „Sie wird dort das bekannte Gesicht für die Wiblingwerder sein“, sagt Mike Kernig. Sie freue sich auf den Wechsel, auf die Kollegen im unteren Gemeindebezirk. Und die Kunden sind natürlich alle längst informiert, sollten nicht aus der Zeitung erfahren, dass die seit 1973 bestehende Geschäftsstelle nicht mehr besetzt sein wird. „Die Kunden finden es schade, können die Veränderung aber auch verstehen. Und Antje Rüther ist ja nicht aus der Welt. Die Kunden, die Beratungsbedarf haben, bekommen genauso viel Nähe wie immer. Der Kunde entscheidet, wann und wo er beraten wird“, verspricht Mike Kernig. Auch Beratung beim Kunden im Wohnzimmer sei – wenn gewünscht – eine Selbstverständlichkeit.

Die Geschäftsstelle in Wiblingwerde wird übrigens technisch aufgerüstet – mit Einzahlungstechnik. Zudem ist es möglich, mit einem Anruf im Kundenservicecenter alle Bankgeschäfte zu erledigen.

 „Es gibt drei intelligente Fragen, die dem Kunden gestellt werden. Und diese drei Fragen kann nur der Kunde beantworten“, erklärt Mike Kernig die Sicherheits-Vorkehrungen beim Telefon-Geschäft. „Missbrauch gleich null“, sagt Mike Kernig. Auch beim Online-Banking gebe es keinen Schadensfall. Warum es dennoch bei manchen Kunden eine Verunsicherung gibt, weiß Mike Kernig, selbst begeisterter Smartphone-Banker, nicht: „Vielleicht, weil schlechte Nachrichten einen größeren Multiplikator haben. Aber es ist sicher. Keine Frage.“

Übrigens: Der Vorstand der Vereinigten Sparkasse gibt ein deutliches Bekenntnis für den Standort Nachrodt – egal, wo die neue Lennebrücke gebaut wird. Dass sich die Sparkasse aus der Gemeinde verabschieden würde, sei undenkbar. „Es gibt eine klare Existenzberechtigung. Ich kann es mir persönlich nicht vorstellen, dass wir Nachrodt irgendwann aufgeben werden“, sagt Mike Kernig.

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