„Es kann nicht sein, dass Sie Ihr Jagdrecht verlieren!“

DJV-Präsident Hartwig Fischer machte eine klare Ansage.

Nachrodt-Wiblingwerde   -   Wer Jagd betreibt, betreibt auch aktiven Naturschutz – und hat dafür sogar eine Ausbildung genossen und somit großen Sachverstand. Eigentlich etwas, worauf Jäger stolz sein könnten. Daher sollte die Devise fürs kommende Jagdjahr lauten: Tue Gutes und rede darüber. Das zumindest forderte Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, am Freitagabend im Schlosshotel Veserde.

Der Wahlkampf ist eröffnet – so viel ist sicher. Die Politiker von FDP und CDU buhlten in ihren Begrüßungsreden um die Stimmen der Jäger – versprachen ihre Unterstützung. Lediglich die CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser erwischte doch ein etwas größeres Fettnäpfchen. Sie berichtete, wie die SPD-Bundesministerin Barbara Hendricks wichtige Änderungen im Bundesjagdgesetz in letzter Sekunde verhindert hätte. Etwas, was mit der CDU angeblich nicht gegeben hätte. „Vielen Dank für Ihre Worte, Frau Voßbeck-Kaiser. Aber eines muss ich klar stellen. Eigentlich war es nicht die SPD, sondern die CSU, also ihr Koalitionspartner in der Person von Host Seehofer“, erklärte Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes. Es war der Auftakt für einen feurigen Vortrag.

Fischer war extra aus Niedersachsen angereist, um im Rahmen der Versammlung der Kreisjägerschaft über die aktuellen Herausforderungen zu sprechen. Fischer ist bekannt für kämpferische Reden. Er erklärte vor allem, warum eine Beitragserhöhung unumgänglich gewesen sei. „Wir mussten uns einfach die Grundfrage stellen, ob wir finanziell gut aufgestellt sind. Nur zum Vergleich: Der NABU hat 181 Mitarbeiter und ein Budget von 21 Millionen Euro, der WWF 247 Mitarbeiter und 86 Millionen – und der DJV 15 Mitarbeiter und 2,8 Millionen. Meine Damen und Herren, was sollen wir denn damit ausrichten?“, appellierte Fischer an die Anwesenden. Man müsse sich deutlich mehr präsentieren, die Jäger sollten nicht nur im stillen Kämmerlein über ihre Arbeit reden, sondern sich aktiv in der Öffentlichkeit mit ihrem Naturschutzprofil behaupten – und auch mal den Mut zur Klage haben. Beispielsweise, wenn es um die Elbvertiefung geht. „Sie fragen sich sicher, was Sie hier die Elbe interessiert. Ich sage Ihnen, es sollte Sie interessieren.“ Fischer erklärte, dass für die Elbvertiefung Ausgleichsflächen angelegt werden müssen. Dadurch werden in dem Gebiet 35 bis 40 Reviere zerstückelt oder gar komplett zerstört – und den Revierinhabern das Jagdrecht genommen. „Das wird ein Grundsatzurteil. Überlegen Sie mal, wie viel hier gebaut wird, auch dafür werden Ausgleichsflächen benötigt. Da kann es doch nicht sein, dass Sie dadurch Ihr Jadrecht verlieren. Da müssen wir uns wehren – und so etwas kostet ebenfalls Geld.“ Es sei von immenser Bedeutung, die Marke Jagd zu stärken. Zum einen sei dafür mehr Geld erforderlich, zum anderen sei an dieser Stelle jedes einzelne Mitglied gefragt.

Im Rahmen der Versammlung wurden zudem Jäger für ihre besonderen Verdienste zur Förderung des Jagdwesens ausgezeichnet. So erhielt der Iserlohner Ralf Meermann die Bronzemedaille des DJV, Die Silbermedaille des Landesjagdverbands ging an Eberhard Kaufmann aus Herscheid sowie an den Meinerzhagener Alfons Heimbach. Die Silbermedaille der Märkischen Kreisjägerschaft ging an Manfred Seibel. „Er war für uns lange Zeit das Gesicht der Unteren Jagdbehörde“, lobte Maria Watermann.

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