Feuerwerk verkauft sich in Nachrodt weiterhin gut / Haustiere sind von Lichtern und Böllern verstört

Verkaufsrenner und Tierleid zugleich

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Drei Europaletten voll hat Kai Kantimm für das diesjährige Feuerwerk geordert. Das entspricht einem Warenwert von etwa 4000 bis 5000 Euro.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Feuerwerk gehört zu Silvester einfach dazu, sagen die einen. Die anderen würden es am liebsten verbieten. Kontrovers wird derzeit im Land diskutiert und auch bei Edeka findet man beide Lager. „Boah, Opa guck mal. Voll die Raketen.“ Mit strahlenden Augen steht der Junge vor dem Verkaufsstand im Eingangsbereich.

 Opa ist allerdings weniger überzeugt, doch am Ende siegt die kindliche Begeisterung und die Raketen wandern in den Einkaufswagen. „Es ist immer schwer vorherzusagen, wie viel Feuerwerk wir verkaufen. Wir müssen es bereits im Sommer im Großhandel bestellen, sonst ist nichts mehr da“, erzählt Edeka-Chef Kai Kantimm. Drei Europaletten voll hat er für das diesjährige Feuerwerk geordert. Das entspricht einem Warenwert von etwa 4000 bis 5000 Euro. „Die Raketensets sind einfach zeitlose Renner. Die gehen immer. Viele nutzen aber auch die Magazine. Weil es einfacher ist und toll aussieht“, erzählt Kantimm.

Wer Feuerwerk im Edeka kauft, gebe zwischen 40 und 100 Euro dafür aus. Völlig aus der Mode seien hingegen Traditionen wie beispielsweise Bleigießen. Und wird im Hause Kantimm geknallt? „Ja, wenn Reste übrig bleiben. Sonst halt nicht“, verrät der Chef. Die Feuerwerkskritiker sehen vor allem eine Gefahr für Tiere und Umwelt. Schon gestern und heute waren viele Tiere verstört, da schon hier und dort geknallt wurde. Tierschutzvereine meldeten bereits die ersten vermissten Hunde. Tierheilpraktikerin und Hundephysiotherapeutin Andrea Mühler aus Rennerde, weiß worauf jetzt vor allem geachtet werden sollte. „Wer Tiere hat, sollte sie schützen, in dem er die Rollos runter zieht und Musik beziehungsweise den Fernseher anschaltet“, rät die Expertin.

Denn dann würden die Tiere die bunten Lichter nicht sehen und auch von den ungewohnten Geräuschen, wie dem Pfeiffen und Knallen nicht ganz so viel mitbekommen. Tiere sollten drinnen bleiben Grundsätzlich sollten Tiere in der Silvesternacht drinnen bleiben. „Das Problem besteht vor allem heute und morgen. Wenn es immer wieder schon tagsüber knallt. Wer mit seinem Hund raus geht, sollte ihn unbedingt sicher anleinen“, betont Mühler.

Vor allem bei Angsthunden sei das wichtig. Denn oft laufen diese unkontrolliert in Panik los und geraten dann womöglich unter ein Auto. Medikamentös könne man seinem Tier mit homöopathischen oder pflanzlichen Stoffen helfen. Zum Beispiel mit X-Stress-Tropfen. Die sollten allerdings bereits ab einen Tag vorher gegeben werden. Richtigen Angsthunden helfe das allerdings auch nur wenig. „Da hilft wirklich nur alles zuziehen und Musik aufdrehen. Oder halt in böllerfreie Zonen verreisen“, so Mühler.

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