Ideales Trainingsgelände für Feuerwehr

Rettung naht: Michael Kling, der an diesem Abend den Hausmeister mimt, steht auf dem Vordach des früheren Mesch Casa Komplexes an der Altenaer Straße. Mit der Drehleiter wird er in Sicherheit gebracht. - Fotos: Keim

Nachrodt-Wiblingwerde - „Kommt denn heute noch jemand? Wir essen zeitig!“ Laut lamentierend steht Gemeinde-Brandinspektor Michael Kling im dritten Stock des ehemaligen Mesch-Casa-Gebäudes am Fenster.

Zu seinen Füßen läuft eine ungewöhnliche Übung der Feuerwehr – Kling mimt mit beachtlichem darstellerischem Talent und gepfefferten Sprüchen den Hausmeister. Als es ihm ein weiteres Mal zu lange dauert, tut er kund, dass ein exponiertes rückwärtiges Körperteil bereits qualme – die tatsächliche Wortwahl fällt allerdings weitaus drastischer aus.

Dann verkündet der „Hausmeister“, dass er das Warten nun aber wirklich leid sei. „Wir haben eine Leiter gefunden und kommen jetzt runter.“ Das müssen die Einsatzkräfte natürlich verhindern.

Die angenommene Lage ist alles andere als angenehm: Mehrere Personen sind im brennenden Gebäude eingeschlossen, es gibt Verletzte. Die tatsächlichen äußeren Umstände sind ebenfalls widrig. Die Dämmerung setzt ein, im Gebäude gibt es kein Licht mehr und mit einer Nebelmaschine ist ein Teil der Firma heftig verqualmt worden.

Hinzu kommt, dass die Männer und Frauen der beiden Löschzüge bereits einen langen Arbeitstag hinter sich haben. „Die werden heute Nacht gut schlafen“, zeigt sich der Gemeindebrandinspektor überzeugt. An die 35 Einsatzkräfte werden an diesem Abend aufgeboten.

Übungsgelegenheiten wie diese an der Altenaer Straße sind selten. Die Immobilie der einstigen Kosmetikfirma wird bald Geschichte sein, denn hier entsteht in absehbarer Zeit ein neues Nahversorgungszentrum. Eine Abrißgenehmigung liege bereits vor, berichtet am Rande der Übung die Bürgermeisterin Birgit Tupat.

„So etwas suchen wir händeringend“, sagt der Gemeindebrandinspektor über das Gelände. Man könne hier unter nahezu realstischen Bedingungen üben, brauche auf das Gebäude nicht all zu sehr Rücksicht zu nehmen. „Hier kann man auch einmal eine verschlossene Tür aufbrechen“, freut sich Kling über die schwierigen, aber realitätsnahen Voraussetzungen.

Damit die Fahrzeuge im Übrigen auch während der Übung voll einsatzbereit blieben, wurde die Ausrüstung für die Atemschutzträger in einem seperaten Rollcontainer zur Verfügung gestellt. - tk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare