Geänderte Pläne für Neubau

Feuerwehrgerätehaus: Politiker fühlen sich überrumpelt  

Der Anbau der Lennehalle soll auf der anderen Seite der Halle neu errichtet und die jetzige Fläche des Sozialtrakts der Feuerwehr zugeschlagen werden.
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Der Anbau der Lennehalle soll auf der anderen Seite der Halle neu errichtet und die jetzige Fläche des Sozialtrakts der Feuerwehr zugeschlagen werden.

SPD und CDU fühlen sich überrumpelt von den neuen Plänen für das Feuerwehregrätehaus. So ad hoc wollten sie denen nicht zustimmen. Dafür ernteten sie Unverständnis.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Die Vorlage ist wie ein Schauer im April ohne Vorbereitung über mich gekommen.“ Mit diesem Eingangsstatement von Gerd Schröder, Vorsitzender des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses, war am Montagabend (15. März) klar, wohin die Reise gehen würde: Die neuen Planungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses wurden nicht abgesegnet.

SPD und CDU haben noch Gesprächsbedarf, möchten sich mit der Wehrleitung zusammensetzen und auch im kleinen Kreis das Gerätehaus am Holensiepen anschauen. Es geht um Mehrkosten in Höhe von 375 000 Euro aufgrund einer zweigeschossigen Bauweise, die im ersten Entwurf nicht vorgesehen war. Letztlich geht es um Gesamtkosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro.

Sachse: Sitzung für Diskussionen nutzen

Lobeshymnen für die Feuerwehr: Damit sparten die Fraktionen nicht und machten damit deutlich, dass es nicht darum geht, das neue Gerätehaus abzulehnen, sondern darum, bei der Kostenhöhe in die Diskussion zu kommen. „Die SPD steht unterstützend an der Seite der Feuerwehr“, so Ronny Sachse. „Trotzdem liegt eine Vorlage vor, über die wir nicht einfach abstimmen wollen“, bemängelte Ronny Sachse die zu knappe Vorlaufzeit. „Wir würden auch gern mal die Beteiligten zu einer Fraktionssitzung einladen.“

Die Ausschusssitzung solle nicht ein Entscheidungsgremium, sondern auch ein Diskussionsort sein dürfen. Die SPD möchte wissen, wie die Zusatzkosten finanziert werden. „Dass die Feuerwehr gut ausgestattet sein soll, steht außer Frage, aber wir fragen uns auch, wie oft die Räumlichkeiten genutzt werden“, so Ronny Sachse, der auch auf den zweiten Feuerwehrstandort in Wiblingwerde blickte: „Muss der identisch ausgestattet sein? Ist alles wirklich notwendig oder worauf kann verzichtet werden? Wir haben auch andere Organisationen und Vereine mit Unterstützungsbedarf“, so der SPD-Ratsherr.

Olschewski: „Mehr Informationsbedarf“

Rückendeckung erhielt er von Jens-Philipp Olschewski. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, der seine starke Verbundenheit zur Feuerwehr betonte und auch selbst Mitglied im Förderverein ist, erklärte: „Bei 3,8 Millionen Euro muss man sich zurückziehen dürfen, um alle Informationen zu diskutieren und zu hinterfragen. Es ist aber natürlich wichtig, dass die Feuerwehr gutes Gerät und die besten Möglichkeiten hat.“ Der ehrenamtliche Dienst am Volke könne nicht hoch genug geschätzt werden. „Es gibt aber in meiner Fraktion Informationsbedarf zum Neubau und deshalb sollte man das Thema auf die Sitzung im Mai verschieben.“ Das wollte die UWG nicht. „Wie lange wollen wir das verschieben?“, fragte Petra Triches.

Bürgermeisterin Birgit Tupat sprang für die neuen Baupläne in die Bresche: „Wir haben nur einen begrenzten Platz. Diese Planung ist nicht bei wünsch-dir-was entstanden, sondern aufgrund von notwendigen Vorgaben. Wir haben Zuwachs bei der Feuerwehr, wofür wir dankbar sein können. Aber Frauen haben zum Beispiel keine Möglichkeit, sich vernünftig umzukleiden.“

Mehrkosten im Fokus

Kein Raum sei unnötig, die Gefahrenlagen würden immer häufiger vorkommen, sodass auch ein Einsatzstab im Haus untergebracht werden müsse, der auch vor Ort übernachte. Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, selbst Feuerwehrmann, hätte die Bauausschuss-Mitglieder am liebsten sofort in das Feuerwehrgerätehaus begleitet. „Wir können ‘rübergehen und uns die Zustände angucken. Danach würden wir dieses Gespräch nicht mehr führen.“

Letztlich geht es SPD und CDU allein um die Mehrkosten zur ursprünglichen Planung. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, als wollten wir alles abblasen“, so Ronny Sachse und Ulrich Gülicher (CDU) ergänzte: „Das Einzige, was wir wollen, ist Zeit für eine Entscheidung.“ Letztlich wurde man sich einig: Die Ausschussmitglieder werden sich mit den Wehrleitern austauschen, das Gerätehaus besichtigen und sich zu einer Zoom-Konferenz treffen.

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